05.01.2021, 18:35 Uhr

Politik Der Landkreis Regensburg trauert um Landrat a. D. Rupert Schmid

Landrätin Tanja Schweiger, Heimbke Schmid-Krey und Rupert Schmid bei dessen 80. Geburtstag. Foto: Markus RothLandrätin Tanja Schweiger, Heimbke Schmid-Krey und Rupert Schmid bei dessen 80. Geburtstag. Foto: Markus Roth

Der Landkreis Regensburg trauert um seinen ehemaligen, langjährigen Landrat Rupert Schmid. Mit Rupert Schmid verliert der Landkreis Regensburg eine herausragende Persönlichkeit, die mit vielen zukunftsweisenden Entscheidungen die Entwicklung des Landkreises Regensburg maßgeblich geprägt hat.

Landkreis Regensburg. Meilensteine seiner erfolgreichen politischen Arbeit waren die Sparkassenfusion zwischen der Stadt- und der Kreissparkasse Regensburg, die Ansiedlung des BMW-Werkes in Harting, die Mitbegründung des Müllzweckverbandes Schwandorf sowie die Gründung des Regensburger Verkehrsverbundes zusammen mit der Stadt Regensburg.

Rupert Schmid erhielt unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, den Bayerischen Verdienstorden, die Kommunale Verdienstmedaille in Gold, die Bezirksmedaille des Bezirks Oberpfalz sowie den Ehrenring des Landkreises Regensburg.

Rupert Schmid, geboren am 11. Juni 1935, übernahm, nachdem er bereits seit 1. Februar 1967 zuvor juristischer Staatsbeamter am Landratsamt Regensburg war, am 1. Mai 1978 für 24 Jahre die Amtsgeschäfte als Landrat des Landkreises Regensburg von seinem Vorgänger Leonhard Deininger. Mit Weitsicht hat er sich für die Interessen des Landkreises Regensburg eingesetzt. Das Wohl der Menschen im Landkreis und der Region war für ihn stets das größtes Anliegen seines politischen Handelns. Seine Tätigkeit war geprägt von großem Engagement, gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung gegenüber seinen Mitmenschen. Ehrenamtliches Engagement war ihm wichtig. Die Vereine im Landkreis erfuhren große Unterstützung.

Mit seinem Tod am 4. Januar 2021 ist der Landkreis um eine bedeutende Persönlichkeit ärmer geworden, um eine Persönlichkeit, die die gute Entwicklung unserer Heimat nachhaltig geprägt hat. Auch nach seiner Zeit als Landrat war Rupert Schmid als Bezirkstagspräsident (1999 bis 2008) noch Mitglied des Kreistages bis 2008.

„Rupert Schmid habe ich erst nach seinem aktiven politischen Wirken persönlich kennengelernt. Seit meinem Amtsantritt als Landrätin 2014 hatten wir einen regelmäßigen und guten Kontakt. Dass wir seinen 80. Geburtstag noch mit zahlreichen Wegbegleitern in größerer Runde im Landratsamt feiern konnten, war sicherlich noch ein schöner Höhepunkt. Unsere letzten Treffen fanden im kleineren Kreise statt. Beeindruckt hat mich dabei bis zuletzt sein blitzscharfer Verstand und sein unverändert großes gesellschaftspolitisches Interesse für den Landkreis und weit darüber hinaus. Meine Gedanken sind bei seiner Familie“, so Landrätin Tanja Schweiger. „Wir werden Herrn Landrat a.D. Rupert Schmid stets ein ehrendes Gedenken bewahren.“

Der Nachruf der Familie Schmid

Mit Rupert Schmid verliert die Oberpfalz einen richtungweisenden Denker und Lenker vor und nach der Jahrtausendwende. Am 4. Januar 2021 verstarb der langjährige Landrat und Bezirkstagspräsident im Alter von 85 Jahren zuhause im Kreise seiner Familie in Nittendorf.

Rupert Schmid wurde 1935 in Regensburg geboren. Nach dem Abitur entschloss er sich zum Jurastudium. Nach Referendarstellen in Berlin und in Speyer kehrte er nach Regensburg zurück, um hier als Rechtsanwalt zu arbeiten. Im Alter von 28 Jahren wechselte er in den Staatsdienst, zuerst im Landratsamt Riedenburg, später im Landratsamt Regensburg. Bereits 1968 wurde ihm unter seinem Amtsvorgänger Leonhard Deininger die Aufgabe des stellvertretenden Landrates übertragen.

1978 wurde Rupert Schmid zum Landrat des Landkreises Regensburg gewählt. In seiner 24-jährigen Amtszeit war er maßgeblich am Bau des Universitätsklinikums beteiligt und hat in einvernehmlicher Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Oberbürgermeister Viehbacher die Voraussetzungen für die Ansiedlung von BMW am Standort Regensburg geschaffen. Zu seinen Erfolgen zählen die Sparkassenfusion, die Installation des Regensburger Verkehrsverbundes und die kontinuierliche Steigerung des Arbeitsplatzangebotes. Der christlich-soziale Politiker und Verwaltungsexperte galt als Vordenker in den Bereichen Umweltschutz und Abfallbeseitigung.

Geordnete Finanzen waren eines der großen Anliegen von Rupert Schmid. Was im Landkreis gelang, konnte er in den Jahren 1999 bis 2008 auch auf den Bezirk anwenden. In seiner Zeit als Bezirkstagspräsident konzentrierte er sich auf die Konsolidierung des Haushaltes und weitere Kernaufgaben wie: Die soziale Sicherung, das Gesundheitswesen, insbesondere in den Bereichen Psychiatrie und Neurologie, sowie die Kulturarbeit.

Das öffentliche Engagement von Rupert Schmid spiegelt sich in mehr als 40 Ehrenämtern und führenden Tätigkeiten verschiedener Verbände wider. Bund, Land, Bezirk, Landkreis und Kommunen würdigten seinen Einsatz mit dem Verdienstkreuz am Bande und dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, dem Bayerischen Verdienstorden, der Bezirksmedaille des Bezirks Oberpfalz und dem Ehrenring des Landkreises Regensburg. Er ist Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Nittendorf und besonders stolz war er auf die Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Wörth an der Donau.

Mit Rupert Schmid verliert die Region einen Mann der leisen, aber nachhaltigen Töne. Er hinterlässt seine Frau Heimbke Schmid-Krey und drei Söhne mit ihren Familien. Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.


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