22.12.2020, 08:55 Uhr

Fördermittel aus Berlin Geplante Asphaltierung des Donausandwegs in Pentling missfällt den Grünen

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Die Diskussionen im Pentlinger Gemeinderat, den Donausandweg entlang der Mattinger Straße mit Bundesfördermitteln zu asphaltieren, haben die Aufmerksamkeit des Oberpfälzer Grünen- Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt auf sich gezogen.

Pentling. Der Grünen-Politiker hält die Pläne für einen Fehler – ebenso wie Umwelt- und Verkehrsverbände sowie die Grünen im Pentlinger Gemeinderat – und hat deswegen eine entsprechende Frage an das Bundesverkehrsministerium eingereicht. Der Bundestagsabgeordnete sagt dazu: „Es ist absurd, Bundesmittel nur darum auszugeben, weil es diese Förderung gibt. Der Bund hat davon auch nicht den geringsten Nutzen, wie mir das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) bestätigt hat. Die Mitarbeiter des Amtes sind auf einen asphaltierten Donauweg als Betriebsstraße nicht angewiesen. Mit Klimaschutz hat das alles nichts zu tun, denn es sollen wertvolle Flächen versiegelt werden, obwohl Fahrradfahren in diesem Bereich schon jetzt möglich ist.“

Der Bund stellt bei dem Programm eine 90-prozentige Förderung für die Ertüchtigung von Betriebswegen des WSA für den Radverkehr zur Verfügung. An vielen Stellen der WSA-Betriebswege ist diese Förderung aus Sicht von Schmidt bestimmt sinnvoll, da insbesondere kleine Gemeinden sich diese Art von Wegerschließung kaum leisten können. Im Falle Pentlings aber existiere bereits ein Weg und parallel dazu verlaufe eine geteerte Gemeindeverbindungsstraße, die Mattinger Straße. Diese wwerdeauch gerne von Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Leider gelte auf der Mattinger Straße aber keine Geschwindigkeitsbegrenzung, was den Radverkehr unnötig gefährde. Bei Stau auf der Autobahn werde diese Straße zum Nachteil der Anwohner gerne als Ausweichroute benutzt.

Christian Hartl, Ortsvorsitzender der Grünen Pentling, berichtet aus dem Gemeinderat: „Eine naheliegende Lösung, die Mattinger Straße mindestens mit einer deutlichen Geschwindigkeitsbegrenzung zu versehen oder durch eine Ausweisung als Fahrradstraße den KfZ-Verkehr dem Radverkehr unterzuordnen, ist von einer Mehrheit im Gemeinderat leider abgelehnt worden. Lieber möchte man den Donausandweg mit der großzügigen Bundesförderung asphaltieren und den Radverkehr mit dem Wanderweg zusammenlegen.“ Um die Mattinger Straße den Autos vorzubehalten, nehme die Gemeinde Pentling scheinbar nicht nur sämtliche Unterhaltskosten und neue Aufgaben in Kauf, die auf die Kommune mit der Asphaltierung des Donauuferwegs zukommen, sondern auch eine verschlechterte Erholungsqualität, Flächenversiegelung und erwartbare Konflikte auf dem asphaltierten Betriebsweg.


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