14.12.2020, 15:56 Uhr

Landkreis Regensburg Zug um Zug zur Regio-S-Bahn Regensburg – Qualitätssprung für den Schienenpersonennahverkehr

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Vor wenigen Tagen hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft den Entwicklungsplan für die Regio-S-Bahn Regensburg vorgestellt. In der ersten Phase soll das Verkehrsangebot rund um Regensburg auf der bereits bestehenden Infrastruktur verbessert werden. Die zweite Phase betrifft den Ausbau hin zu einem vollwertigen S-Bahn-ähnlichen Verkehr mit einem mindestens halbstündlichen Angebot auf den fünf Schienenstrecken im Zulauf auf Regensburg zu. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Bund die Infrastruktur deutlich ausbaut.

Landkreis Regensburg. „Wir freuen uns, dass der Freistaat Bayern unsere Bemühungen aus der Region tatkräftig und auch finanziell unterstützt und sich zu einem S-Bahn-ähnlichen Verkehr im Großraum Regensburg bekennt. So hat der Freistaat nicht nur im Rahmen der Ausschreibungen von SPNV-Leistungen erste Schritte für Angebotsverbesserungen hin zu einem S-Bahn-ähnlichen Verkehr in die Wege geleitet. Er übernimmt auch die Planungskosten für zunächst drei neu geplante Haltepunkte in der Region. Gemeinsam mit dem Freistaat Bayern gilt es nun, auf eine zeitnahe Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen durch den Bund hinzuwirken“, erklärt Landrätin Tanja Schweiger, die gemeinsam mit GFN-Geschäftsführer Josef Weigl die Abstimmung des Gesamtprojektes innerhalb der Region sowie mit dem Freistaat Bayern maßgeblich koordinierte.

„Erstmals liegt mit dem SPNV-Konzept ein langfristiger Entwicklungsplan mit konkreten Inhalten zur Umsetzung eines durchgängigen S-Bahn-ähnlichen-Verkehrs im 30-Minuten-Takt für die Region vor“, so Geschäftsführer Josef Weigl. Dieses Fahrplankonzept bestimme den Infrastrukturausbau, der dann der Wegbereiter sei für ein zeitgemäßes SPNV-System im Großraum Regensburg.

Erste Angebotsverbesserungen bereits in 2022

Bereits ab Dezember 2022 wird der 30-Minuten-Rhythmus im Berufsverkehr auf den Strecken rund um Regensburg ausgeweitet. Ab 2023 werden zudem weitere Maßnahmen für eine deutlich spürbare Verbesserung des Schienenpersonennahverkehrs in Ostbayern – wie etwa stündliche Expressverbindungen zwischen Regensburg und Nürnberg – umgesetzt werden.

Infrastrukturausbau für zweite Phase erforderlich

Für darüber hinausgehende Verbesserungen ist ein kapazitätssteigernder Ausbau der Schieneninfrastruktur erforderlich. Zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der sternförmig auf Regensburg zulaufenden Schienenstrecken sind beispielsweise der Bau von partiell zweigleisigen Abschnitten, die Schaffung von gleichzeitigen Ein- und Ausfahrten in den Bahnhöfen entlang der eingleisigen Strecken, als auch die Ertüchtigung oder Neuanlage von Überholmöglichkeiten von Güterzügen notwendig. Ebenso ist die Elektrifizierung der Schiene zwischen Regensburg und Hof als auch die Weiterentwicklung des Knotens Regensburg im Abschnitt zwischen Regensburg-Prüfening und Obertraubling zwingend erforderlich, um die in der Studie anvisierten Ziele zu erreichen.

Freistaat übernimmt Planungskostenfinanzierung für neuen Haltepunkt Regenstauf-Diesenbach

Neben den Fahrplanverbesserungen übernimmt der Freistaat zudem die Planungskostenfinanzierung für die neuen Haltepunkte Regensburg-Wutzlhofen, Regenstauf-Diesenbach und Ponholz. Die Gutachter empfehlen zudem die Realisierung der Haltepunkte „Neumarkt Süd“ und „Regensburg Klenzebrücke“, auch der ohnehin geplante Halt „Regensburg Walhallastraße“ wird im Entwicklungsplan berücksichtigt. Außerdem ist am neuen Halt „Regensburg-Wutzlhofen“ ein kurzer Übergang zur Endhaltestelle der geplanten Stadtbahn vorgesehen.


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