14.12.2020, 12:35 Uhr

IHK in Sorge „Harter Lockdown bringt weitere Branchen in Bedrängnis“

 Foto: Ursula Hildebrand Foto: Ursula Hildebrand

Der harte Lockdown für ganz Deutschland ist beschlossene Sache. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fährt die Bundesregierung ab Mittwoch, 16. Dezember, das öffentliche Leben auf ein Minimum herunter. Bereits wie im Frühjahr muss beispielsweise der stationäre Einzelhandel nun auch bis vorerst 10. Januar 2021 schließen.

Regensburg. „Eine Verschärfung der Maßnahmen hat für viele Unternehmen in der Region existenziell bedrohende Auswirkungen. Bereits in den vergangenen Wochen verzeichneten auch Branchen, die indirekt von den Schließungen im November und Dezember betroffen sind, wie etwa viele Dienstleister oder weite Teile des Einzelhandels, rückläufige Umsätze“, so IHK-Hauptgeschäftsführers Dr. Jürgen Helmes. Eine Ausweitung der Unternehmensschließungen verschärfe die Situation in diesen Bereichen nochmals. „Für viele Firmen hat ein Wettlauf mit der Zeit begonnen, den sie nur gewinnen können, wenn die Politik eine schnelle Umsetzung und Ausgestaltung der staatlichen Förder- und Hilfsprogramme gewährleistet. Die Auszahlung der Novemberhilfe lässt aber weiter auf sich warten. Wegen der Verzögerungen schlagen die größten bayerischen Wirtschafts- und Bankenverbände – unter anderem der Bayerische Industrie- und Handelskammertag – vor, dass die Hausbanken den betroffenen Unternehmen und Soloselbstständigen mit einer Zwischenfinanzierung unter die Arme greifen könnten, um so Liquiditätsengpässe zu überbrücken.“

Darüber hinaus müssten zusätzliche Belastungen durch Bürokratie und neue Steuern in der Corona-Krise in jedem Fall verhindert werden. Für die Wirtschaft sei daher die Entscheidung des Bundesrates unverständlich, den Zeitraum für einen steuerlichen Verlustrücktrag nicht zu verlängern. Leidtragende seien Unternehmen, die in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet haben und jetzt unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. „Denn es wird ihnen schwerer gemacht, liquides Eigenkapital in dieser schweren Zeit sicherzustellen“.

Innenstädte zukunftsfähig aufstellen

Bereits vor der Pandemie standen viele Innenstädte und die dort ansässigen Einzelhandelsgeschäfte unter Druck – Kundenfrequenzen nahmen ab, während die Umsatzanteile des Onlinehandels stiegen. „Die Corona-Krise wirkt als Beschleuniger dieser Entwicklung. Innenstädte mit einer attraktiven Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen sind prägend für eine Region. Ohne ein vielfältiges Angebot entstehen Leerstände, das Versorgungsangebot sowie Passantenfrequenzen und Aufenthaltsqualität nehmen ab. Mit Blick in die Zukunft braucht es dringend Diskussionen und Konzepte über Aufgaben der Ortszentren sowie den Umgang mit drohenden Verlusten der Zentralität. Politik und Verwaltung vor Ort sind gefordert, bestmögliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen in den Ortszentren zu schaffen, damit die Region Oberpfalz-Kelheim auch künftig mit vitalen Innenstädten und Handelsstandorten punkten kann“, so Helmes.


0 Kommentare