20.11.2020, 10:02 Uhr

Aktion DGB-Frauen stellen sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

 Foto: Katja Ertl Foto: Katja Ertl

Jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet. Betroffen sind Frauen aller sozialer Schichten. Laut der aktuellen Statistik des Bundeskriminalamtes wurden im vergangenen Jahr mehr als 114.000 Frauen zu Opfern von Gewalt. 122 Frauen starben an den direkten Folgen. Gewalt an Frauen und Mädchen hat viele Gesichter: körperliche und seelische Verletzung, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Beschimpfung, Bedrohung, Demütigung, Schläge, Mobbing, Cybermobbing, Stalking.

Regensburg. „Gewalt, insbesondere häusliche Gewalt ist eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder“, so Katja Ertl, DGB-Regionssekretärin in der Oberpfalz. Gerade während der Corona-Pandemie verbrächten Frauen und Kinder mehr Zeit im eigenen Haushalt. Seit Ausbruch der Pandemie hätten sich die Lebensverhältnisse von Frauen und Familien deswegen drastisch verändert. „Mit dem Lockdown im Frühjahr und den nun aktuellen Einschnitten sehen sich insbesondere Frauen mit Familien vor unerwartete Herausforderungen gestellt. Corona-Einschränkungen dürfen aber nicht zu Rückschritten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf führen und vor allem nicht zu mehr Gewalttaten in den eigenen vier Wänden“, so Ertl.

Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November 2020 rufen die DGB Frauen in der Oberpfalz dazu auf, offener über das Thema zu sprechen und sich stärker für den Ausbau von Betreuungsangeboten und Frauenhäuser einzusetzen. Pro 10.327 Einwohnerinnen im Alter von 18 bis 80 Jahren sollte laut Plänen der Staatsregierung ein Bett zur Verfügung stehe, also insgesamt mehr als 1300 Betten. „Die Kommunen sollten bei dem Ausbau von Frauenhäusern finanziell mehr unterstützt werden und Anreize schaffen, den Ausbau soweit voranzutreiben, dass eine flächendeckende Versorgung entsteht“, fordert Katja Ertl.

Ziel des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ sei auch, von Gewalt betroffene Frauen zu ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Gleichzeitig ginge es darum, die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren und Betroffene aktiv zu unterstützen. Denn: Gewalt an Frauen und Mädchen ist keine Privatangelegenheit. Es ist Aufgabe aller, die Opfer nicht alleine zu lassen.


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