19.11.2020, 10:51 Uhr

Politik Regensburger SPD feiert 75 Jahre Wiederzulassung

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Am 14. November 1945 hat die SPD im Raum Regensburg von den Alliierten die Zulassung erhalten. Als erste demokratische Partei! „Das ist für uns nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft. Wir haben den demokratischen Aufbau im Nachkriegsdeutschland aktiv gestaltet und wir stehen auch heute für die Demokratie ein“, erklärt die Regensburger Landtagsabgeordnete Margit Wild.

Regensburg. Am 22. Juni 1933 wurde die SPD von den Nazis verboten. Zu diesem Zeitpunkt hat die SPD in vielen Orten der Oberpfalz bereits wortwörtlich am eigenen Leib den Terror der SA-Schläger erfahren. Am Sitz des SPD-Bezirksbüros in Regensburg versuchte die SA bereits am 7. März 1933 die Buchhandlung der SPD-eigenen Zeitung "Volkswacht" in der Wahlenstraße zu stürmen. Die Zeitung erschien zum letzten Mal am nächsten Tag und wurde ab 9. März verboten. Am gleichen Tag besetzten die Nazis unter anderem das Gewerkschaftshaus sowie die Verlagsräume der „Volkswacht“. Am 10. März 1933 wurden 15 Genossen in zeitweilige „Schutzhaft“ genommen. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gehörten zu den ersten Häftlingen in Dachau. „Die Sozialdemokratie und ihre Vertreter:innen sind für unsere Werte und Ideale eingestanden. Ja, viele sind dafür gestorben. Ihr Vermächtnis ist unsere Verantwortung“, beschreibt Matthias Jobst den Auftrag der Geschichte an die heutigen Generationen.

„Heute feiern wir also 75 Jahre Wiederzulassung der SPD in Regensburg. Gerne hätten wir das gemeinsam mit einem großen Festakt gemacht. Die aktuelle Lage aber lässt dies nicht zu. Trotzdem wollen wir an diesen Tag erinnern. Wollen wir an unsere Geschichte erinnern. Denn sie ist unsere Identität und sie gibt uns Kraft. Der Blick in die Vergangenheit alleine aber reicht nicht aus – wir blicken zusammen in die Zukunft. Die SPD war hier in Regensburg die erste politische Partei, die zugelassen wurde. Mit gutem Grund, wie wir finden. Damals haben die Alliierten in unsere politischen Ziele und Visionen geglaubt und wir tun es auch heute noch“, so der SPD-Vorsitzende im Unterbezirk, Sebastian Koch.

Katja Stegbauer, Vorsitzende der SPD im Landkreis Regensburg, ergänzt: „Seit 75 Jahren gestalten wir als SPD die Politik in der Region aktiv mit. In den Gemeinden und Städten im Landkreis sind wir mit zahlreichen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte vertreten. In Regensburg haben wir mit Christa Meier 1990 Bayerns erste Oberbürgermeisterin gestellt und haben ganz aktuell mit Gertrud Maltz-Schwarzfischer wieder eine sozialdemokratische Oberbürgermeisterin. Wir prägen vor Ort die Politik und das Leben der Menschen. Kinderbetreuung, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Freizeitaktivitäten, Mobilität – auf unzähligen Gebieten haben wir konkrete Forderungen und Verbesserungen erreicht.“

Geschichte alleine aber ist noch keine politische Haltung, wie der Juso-Vorsitzende im Landkreis Regensburg, Alexander Roth, deutlich macht: „Wir haben viel vor. Lasst uns gemeinsam die Weichen für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität im neuen Jahrzehnt stellen. Egal ob Corona, Klimawandel oder die Transformation auf dem Arbeitsmarkt: Eine sozialdemokratische Haltung ist wichtiger denn je. Unsere Werte, unsere Ideale, unsere Ziele sind die Basis für unsere Antworten auf die Herausforderungen der Zeit. Gemeinsam gehen wir es an, gemeinsam sind wir gut.“


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