29.10.2020, 14:47 Uhr

„Respektabler Kompromiss“ Einigung in der ersten Verhandlungsrunde für die Zivilbeschäftigten der Stationierungsstreitkräfte

Tarifkommissionsmitglieder aus der Oberpfalz und ver.di Verhandlungsführer Tobias Schürmann (2. von links). Foto: ver.di OberpfalzTarifkommissionsmitglieder aus der Oberpfalz und ver.di Verhandlungsführer Tobias Schürmann (2. von links). Foto: ver.di Oberpfalz

„Ich freue mich sehr über die schnelle Einigung in der Tarifrunde für die Zivilbeschäftigten der Stationierungsstreitkräfte. Mit den damit verbundenen Einkommenserhöhungen haben wir in diesen schwierigen Zeiten auch für unsere Oberpfälzer Kolleginnen und Kollegen in Grafenwöhr, Hohenfels und Vilseck einen respektablen Kompromiss erreichen können. Ein wichtiges Signal an die Beschäftigten“, zeigt sich Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) erfreut über den gelungenen Tarifabschluss am Mittwoch, 28. Oktober.

Regensburg. Bereits beim ersten Verhandlungstermin am 28. Oktober in Frankfurt einigten sich die Gewerkschaften ver.di und NGG sowie die durch das Bundesfinanzministerium vertretenen Gaststreitkräfte auf eine Erhöhung der Entgelttabellen von 1,6 Prozent ab 1. November 2020 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsentgelte steigen um 25 Euro, die Löhne für Aushilfskräfte bei der NATO auf 12,16 Euro. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten inklusive der Auszubildenden noch 2020 eine Corona-Sonderzahlung in Höhe von 250 Euro, bei den AAFES-Beschäftigten wird die bereits ausgezahlte Corona-Sonderzahlung um 150 Euro erhöht.

Damit konnte noch in der laufenden Friedenszeit für die bei der US Army, den Briten, Franzosen und weiteren Gaststreitkräften beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Einigung erzielt werden, die von der ver.di-Tarifkommission einstimmig angenommen wurde. „Die Bereitschaft zur sofortigen Einigung bei einem fairen Angebot zeugt von einem großen Verantwortungsbewusstsein sowohl der Beschäftigten als auch der Arbeitgeber“, betonte ver.di- Verhandlungsführer Tobias Schürmann. Wermutstropfen ist nach Ansicht von Schürmann, dass sich die Arbeitgeber nicht zu einer Verhandlungszusage zu den Arbeitsbedingungen der Feuerwehr durchringen konnten. „Hier müssen jetzt die Feuerwehrleute vor Ort deutlich machen, dass zum Beispiel die Einsatzverpflichtung für 66-Jährige völlig unzumutbar ist“, unterstreicht Schürmann. „Gerade die Corona-Sonderzahlung ist ein wichtiges Signal für die Beschäftigten, die überaus flexibel die Versorgung der Gaststreitkräfte und den Unterhalt der Standorte garantieren“, bekräftigt Norbert Flach, stellvertretender Landesleiter von ver.di Bayern.

„Zivilbeschäftigte sind in der Nahrungsmittelversorgung, im Gesundheitsbereich, der Logistik, Reinigung, im Gebäudeunterhalt, in der Wohnungsvermittlung oder den Kindergärten tätig und damit unerlässlich für die Standorte und Einrichtungen. Die schnelle Einigung gibt Sicherheit, und das ist besonders wichtig in Zeiten der Verunsicherung – gerade auch durch die angekündigten Truppenreduzierungen“, erläutert die für die Stationierungsstreitkräfte in Bayern zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. ver.di organisiert mehrere tausend Zivilbeschäftigte bei den Stationierungsstreitkräften der NATO und verhandelt unter den schwierigen Bedingungen des NATO-Truppenstatus die Tarifverträge für die bundesweit insgesamt 12.000 Beschäftigten. In der Oberpfalz gibt es die Standorte Vilseck, Grafenwöhr und Hohenfels, darüber hinaus in Bayern noch in Mittelfranken und im Allgäu.


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