05.10.2020, 17:41 Uhr

Wirtschaft Seite an Seite für Arbeitsplätze – Betriebsräte sprechen mit Unionspolitikern

Rico Irmischer (Geschäftsführer IG Metall Regensburg), Thomas Schmidt (Betriebsratsvorsitzender Vitesco Technologies) , Herbert Brücklmeier (Betriebsratsvorsitzender Continental Automotive), Herbert Brücklmeier (Betriebsratsvorsitzender Continental Automotive), Bundestagsabgeordneter Peter Aumer.  Foto: Joachim StraußRico Irmischer (Geschäftsführer IG Metall Regensburg), Thomas Schmidt (Betriebsratsvorsitzender Vitesco Technologies) , Herbert Brücklmeier (Betriebsratsvorsitzender Continental Automotive), Herbert Brücklmeier (Betriebsratsvorsitzender Continental Automotive), Bundestagsabgeordneter Peter Aumer. Foto: Joachim Strauß

Bundestagsabgeordneter Peter Aumer vermittelt Gespräche mit führenden Unionspolitikern. Finanzminister Füracker kam nach Regensburg, Landesgruppenchef Dobrindt und Staatssekretär Wanderwitz sprachen in Berlin mit den Vertretern des Betriebsrats.

Regensburg. „In Sachen staatliche Prämie für Neuwagen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, ist sich der Regensburger Bundestagsabgeordnete Peter Aumer sicher. Das war auch der Konsens aus den Gesprächen die auf Aumers Initiative mit den Betriebsräten von Continental Automotive und Vitesco Technologies und führenden Unionsvertretern stattgefunden haben.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat fordert Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker als Grundlage für die weiteren Verhandlungen. Er war extra nach Regensburg gekommen und nahm sich über zwei Stunden Zeit, um mit den Betriebsräten zu sprechen. „Wir müssen gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, den Wandel in der Automobilbranche zu unterstützen. Hierbei müssen alle Möglichkeiten in dieser für die Automobilwirtschaft so fordernden Zeit genutzt werden. Deswegen bleibt auch die Idee einer Kaufprämie für hochmoderne und damit umweltschonende Verbrenner auf der Tagesordnung. Ziel müsste es sein, dass davon Umwelt und Konjunktur gleichermaßen profitieren können“, so Füracker.

Der Heimatminister sagte den Beschäftigten auch weiterhin seine Unterstützung zu: „So wie Continental die Region als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor stärkt, profitiert auch Continental in Regensburg seit vielen Jahren von einem Netzwerk aus hochausgebildeten Fachkräften, Forschung und Entwicklung und Technologieunternehmen von Weltrang. Um jeden einzelnen Arbeitsplatz lohnt es sich zu kämpfen. Das Ziel muss lauten: Weiterentwicklung statt Stellenabbau.“

Die Forderung nach einer längeren Umsetzungszeit der geplanten Maßnahmen bekräftigte auch der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer. „Die Automobilindustrie und ihre Zulieferbetriebe sind die größten Arbeitgeber in der Region Regensburg. Darum müssen wir mit vollem Einsatz dafür kämpfen, dass die Transformation erfolgreich durchgeführt werden kann. Wenn trotzdem ein Stellenabbau notwendig ist, muss dieser auf jeden Fall sozial verträglich umgesetzt werden“, fordert Aumer. „Hier darf Continental nicht von seiner Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region entlassen werden!“, macht der Bundestagsabgeordnete deutlich. Aumer spricht sich gleichzeitig dafür aus, Forschungsvorhaben voranzutreiben und so Perspektiven für die Unternehmen der Automobilbranche zu schaffen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir mit Förderprogrammen für neuen Technologien wie Wasserstoff und Künstlicher Intelligenz auch Perspektiven für die betroffenen Unternehmensbereiche schaffen können“, so der Bundestagsabgeordnete. „Die Ansiedlung innovativer Unternehmen war in der Vergangenheit das Erfolgskonzept unserer Region.“

Bereits am Montag trafen sich die Betriebsratsvorsitzenden der beiden Unternehmen, Herbert Brücklmeier und Thomas Schmidt, zusammen mit dem Geschäftsführer der IG Metall, Rico Irmischer, und dem Regensburger Bundestagsabgeordneten Peter Aumer in Berlin zu einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt, und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Marco Wanderwitz. Beide machten deutlich, dass die Union weiter an der Ausarbeitung einer umweltverträglichen Kaufprämie für Neuwagen arbeitet. Sie machten aber auch deutlich, dass jetzt auch die SPD als Koalitionspartner gefragt ist, ihre ablehnende Haltung schnell zu überdenken.


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