29.09.2020, 12:05 Uhr

Globaler Klimastreik Seebrücke streikt – Klimakrise ist Fluchtursache!

 Foto: Adrian Kohl Foto: Adrian Kohl

Die Seebrücke Regensburg nahm am Freitag, 25. September, am globalen Klimastreik und der Menschenreihe von Fridays for Future teil. Auf ihrem Abschnitt zwischen Steinerner Brücke und Eisernem Steg, machte sie auf die Klimakatastrophe als Fluchtursache aufmerksam.

Regensburg. „Die Industriestaaten, denen die Hauptverantwortung der Krise zukommt, müssen die verheerenden Folgen des Klimawandels anerkennen und sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Häufig wird nämlich ausgeblendet, dass schon heute Menschen direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen sind“, so Sophia Rückerl von der Seebrücke Regensburg. „Besonders hart trifft dies Menschen in ärmeren Regionen, die ihre Lebensgrundlage verlieren und denen es nicht möglich ist, sich vor den Gefahren zu schützen. Oft bleibt dann nur ein einziger Ausweg: Die Flucht. Die eigene Heimat verlassen, in der Hoffnung auf eine Zukunft.“

Derzeit sind weltweit über 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Laut dem Norwegian Refugee Council gibt es unter ihnen rund dreimal mehr Vertriebene aufgrund des Klimawandels als Vertriebene durch Krieg oder zivile Konflikte. Die Weltbank warnt, dass bis zum Jahr 2050 bis zu 143 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden. Allein in Afrika südlich der Sahara könnten 86 Millionen Menschen betroffen sein.

„Diese Menschen werden ein sicheres Zuhause brauchen. Genauso, wie jetzt schon all die Menschen, die gerade unter katastrophalen Bedingungen in Lagern festgehalten werden. Dies macht deutlich, wie wichtig sowohl eine funktionierende Klima- als auch Migrationspolitik ist. Beides ist in Europa bis heute nicht in Sicht. Stattdessen wird der Kopf in den Sand gesteckt und sich aus der Verantwortung gezogen. Das kann und muss sich ändern! Und zwar jetzt!“, fordert Emma Schneller von der Seebrücke Regensburg.

Trotz des großen Interesses der teilnehmenden Regensburgerinnen und Regensburger, fehlten auf dem Abschnitt der Seebrücke die Menschen. Stattdessen standen hier 200 leere Stühle. Lena Peßler von der Seebrücke Regensburg erklärt: „Wir stehen heute als Menschen zusammen, um gegen die Klimakatastrophe zu kämpfen. Doch in dieser Reihe fehlen Menschen. Mit den leeren Stühlen erinnern wir an diejenigen, die aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlassen mussten und nun durch die entwürdigende Migrationspolitik der Europäischen Union in Massenlagern festgehalten werden. Wir müssen diesen Menschen helfen und in Deutschland ein neues Zuhause bieten. Denn: Wir Haben Platz!“


0 Kommentare