16.09.2020, 12:12 Uhr

Festabend Über 511 Jahre im Einsatz für den Landkreis Regensburg


Das hätte sich der ein oder andere ausgeschiedene Kreisrat sicher etwas anders vorgestellt. Anstatt einer großen Verabschiedung gab es corona-bedingt am Dienstag, 15. September, „nur“ einen Abschied im kleineren Kreis.

Landkreis Regensburg. Auch Landrätin Tanja Schweiger bedauerte, dass zum Beispiel ein Händedruck aktuell nicht möglich ist. Als Dank für die langjährige Tätigkeit der Ausgeschiedenen hätte sie gerne Hände geschüttelt, aber das sei eben aktuell nicht möglich. Ganz ohne offiziellen Abschied wollte man aber die ehemaligen Kreissäge nicht ziehen lassen. Deshalb hätte man die 29 ehemaligen Kreisrätinnen und Kreisräte nach Pentling eingeladen, um im kleinen Kreis zusammen mit den Fraktionssprechern und den stellvertretenden Landräten Willi Hogger, Maria Scharfenberg und Petra Lutz Abschied zu feiern. Auch Alt-Landrat Herbert Mirbeth, Schweigers Vorgänger, war nach Pentling gekommen, um seine Verbundenheit zum Landkreis und zur Kommunalpolitik zu zeigen.

Landrätin Schwieger konnte drei Frauen und 26 Männer mit einer Münze, die an den ehemaligen Landrat Leonhard Deininger erinnert, auszeichnen, für jeden der Ausgeschiedenen fand sie ein paar persönliche Worte, um Danke zu sagen. Alle 29 zusammen können auf 511 Jahre, fünf Monate und 56 Tage Kreistagserfahrung zurückblicken. Konrad Meier, ehemaliger Bürgermeister von Beratzhausen, war am kürzesten im Kreistag, er konnte auf zwei Jahre, zwei Monate und drei Tage im Kreistag zurückblicken. Die längste Zeit im Kreistag schlug bei Maria Eichhorn zu Buche. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete der CSU war seit der Gebietsreform am 1. Juli 1972 ununterbrochen im Kreistag vertreten. 48 Jahren Einsatz für den Landkreis würdigten die Gäste mit viel Applaus und sie erhoben sich von ihre Stühlen. Eichhorn zeigte sich gerührt über den großen Applaus. Manchmal war Eichhorn ihrer Zeit voraus gewesen, gerade im sozialen Bereich setzte sie sich früh für Dinge ein, die heute selbstverständlich sind. Gleich in der ersten Wahlperiode hatte sie zum Beispiel die Einstellung eines Jugendpflegers beantragt – damals hatte das Landrat Leonhard Deininger „gar nicht gepasst“, berichtete Eichhorn.

Tanja Schweiger dankte den 29 ehemaligen Kreisrätinnen und Kreisräten für ihren ehrenamtlichen Einsatz für die Entwicklung des Landkreises Regensburg. So ein Amt sei nicht einfach, das ein oder andere Mal dürfe man sich schon etwas anhören für eine getroffene Entscheidung. Die Entscheidungen seien im Kreistag und den Ausschüssen meist einstimmig getroffen worden, „das zeigt die große Geschlossenheit und das hohe Verantwortungsbewusstsein, das die Mitglieder des Kreistages haben“, so Schweiger. Die Ausgeschiedenen hätten sich in den Dienst der Region gestellt - dafür gebühre ihnen Dank und Anerkennung.


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