28.08.2020, 18:56 Uhr

Kultur Stadtjugendring fordert, dem „umstrittenen Sänger Xavier Naidoo keine Bühne geben“

 Foto: Verena Bengler Foto: Verena Bengler

Der Regensburger Stadtjugendring unterstützt die klare Aussage der Regensburger Oberbürgermeisterin und fordert den Veranstalter der Schlossfestspiele zu einer deutlichen Positionierung in Bezug auf Xavier Naidoo auf.

Regensburg. Der Stadtjugendring Regensburg stellt sich hinter die Forderung der Regensburger Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, dem umstrittenen Sänger Xavier Naidoo im kommenden Jahr in Regensburg keine Bühne zu geben. Naidoo soll bei den Schlossfestspielen im Juli 2021 auftreten. Maltz-Schwarzfischer hatte mitgeteilt, dass das Konzert auf Privatgrund stattfinde und die Stadt es deshalb nicht absagen könne.

Auf der Webseite der Schlossfestspiele heißt es, dass diese ein „hochkarätiges und abwechslungsreiches Programm mit deutschen und internationalen Stars“ bieten. Am 23. Juli 2021 soll dabei, wie es auf der Homepage der Schlossfestspiele heißt, „der Superstar des deutschen Soul“ Xavier Naidoo auftreten. Der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Philipp Seitz, fordert den Veranstalter auf, „seiner Verantwortung gerecht zu werden und mit einer Absage des Auftritts von Naidoo ein klares Zeichen zu setzen“. Gleichzeitig sei es wichtig, sich mit den Positionen von Naidoo abseits der Musik auseinanderzusetzen. In dieser Verantwortung stehe auch der Veranstalter.

Anna Gmeiner vom Stadtjugendring begrüßt die klare Positionierung der Regensburger Oberbürgermeisterin: „Wer Corona leugnet und Verschwörungstheorien verbreitet, sollte keine Bühne in unserer Stadt erhalten.“ Der Auftritt provoziere außerdem gerade in diesen angespannten Zeiten eine Spaltung der Gesellschaft.

Auf der Homepage der Schlossfestspiele heißt es über Naidoo, den Sänger mit „einzigartigen Karriere“, der „enorme Popularität“ genieße, unter anderem: „2020 geht er – bereits im zweiten Jahr bei Deutschland sucht den Superstar (DSDS) auf Talentsuche.“ Was der Veranstalter der Schlossfestspiele nicht erwähnt: Bei „Deutschland sucht den Superstar“ wurde Naidoo als Juror entlassen. RTL teilt zur Entlassung von Naidoo aus der DSDS-Jury im März 2020 in einem Statement mit: „Xavier Naidoo ist auf unser Angebot, seine missverständlichen und widersprüchlichen Aussagen plausibel zu erklären, bis heute nicht eingegangen. Wir sehen an den vielen Reaktionen, dass das Thema bewegt, deshalb hätten wir eine unmittelbare, öffentliche Diskussion mit ihm gut gefunden. Das ist für uns Meinungsfreiheit. Dazu ist es aber nicht gekommen. Deshalb wird es für ihn keine Rückkehr zu DSDS geben."

Der Stadtjugendring fordert den Veranstalter der Schlossfestspiele auf, sich die Kritik der Regensburger Oberbürgermeisterin am geplanten Auftritt des umstrittenen Sängers zu Herzen zu nehmen und zu reagieren. Maltz-Schwarzfischer sagte nach Medienberichten, dass ein Künstler, „der extremistisches, rassistisches oder rechtsradikales Gedankengut verbreitet und darüber hinaus auch noch glaubhaft in Zusammenhang mit kruden Verschwörungstheorien gebracht wird“ bei den Schlossfestspielen und in Regensburg insgesamt keine Bühne erhalten solle. Außerdem forderte sie zu einem Boykott des Auftritts auf. Der Stadtjugendring schließt sich dieser Aufforderung an und dankt der Oberbürgermeisterin für ihre klaren Worte und die deutliche Positionierung.


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