26.08.2020, 21:45 Uhr

Stadtjugendring „Betretungsverbot verkleinert Raum für junge Menschen“

 Foto: Kathrin Lechl Foto: Kathrin Lechl

Der Stadtjugendring Regensburg kritisiert den getroffenen Beschluss des Ferienausschusses, für die Jahninsel und den Grieser Spitz ein Betretungsverbot ab 23 Uhr anzusetzen.

Regensburg. Ein Verbot sei keine Alternative in einer demokratischen Stadt, sagte hierzu Anna Gmeiner vom Stadtjugendring. Es habe bei den letzten Dialogveranstaltungen und Austauschgesprächen zwar keine endgültige Lösung der Thematik, jedoch viele Ideen und Lösungsansätze gegeben. Mit dem Verbot würden diese „mit einem Schlag eingerissen und beendet“ werden. Damit würden nicht nur jungen Menschen die Begegungsmöglichkeit genommen, so Gmeiner, sondern allen Regensburgerinnen und Regensburgern, und das, ohne wirkliche Alternativen zu benennen.

Schon 2014 habe der Forderungskatalog des Stadtjugendrings, bestehend aus einer breit aufgestellten Umfrage innerhalb der Regensburger Jugendverbände und unter Jugendlichen in der Stadt, ergeben, dass sich die jungen Menschen mehr Treffpunktmöglichkeiten im öffentlichen Raum in Regensburg wünschen. Auch im aktuellen Forderungskatalog werde das nochmals bekräftigt. Nun komme es aber genau zum Gegenteil - der Raum für junge Menschen werde verkleinert.

Die Stadt Regensburg treffe mit dem Betretungsverbot nicht nur die jungen Menschen, die sich danebenbenommen haben, sondern schränke auch all diejenigen ein, die mit Rücksicht diesen besonderen Begegnungsraum im Grünen am Abend gerne besucht haben, betont auch Philipp Seitz vom Stadtjugendring. Der Stadtjugendring habe Verständnis für die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner.

Mit dem nächtlichen Betretungsverbot ergäben sich neue Probleme, warnt Seitz: Die jungen Menschen könnten sich nun andere Aufenthaltsorte suchen, wie beispielsweise den Neupfarrplatz. Eine Sperrung bestimmter Areale in den Abendstunden werde der aktuellen Problematik und dem Bedürfnis der jungen Menschen nach gemeinsamen Treffpunkten und Rückzugsorten in der Stadt, gerade jetzt in den fordernden Zeiten der Corona-Pandemie, nicht gerecht. Stattdessen brauche es weitreichende Strategien, die den Anwohnerinnen und Anwohnern, aber auch der Jugend in der Stadt, gerecht werden. Der Stadtjugendring Regensburg biete an, im konstruktiven Miteinander seinen Beitrag zu leisten, um geeignete Alternativen für junge Menschen zu finden.

Der stellvertretende Vorsitzende Detlef Staude hatte auf eigene Initiative beispielsweise ein zweiseitiges Papier erarbeitet, welches verschiedene Lösungsmöglichkeiten enthält. Der inhaltliche Dialog steht für den Stadtjugendring auch in Zukunft an vorderster Stelle. Vom Beschluss des Ferienausschusses sei der Stadtjugendring jedoch „inhaltlich in keinster Weise überzeugt“.


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