26.08.2020, 10:08 Uhr

Situation in Mali „Der Sahel braucht mehr als nur militärische Unterstützung“

Ulrich Lechte, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Foto: Petra HomeierUlrich Lechte, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses. Foto: Petra Homeier

Anlässlich der Berichterstattung um Mali und der Befassung des Auswärtigen Ausschusses mit der Thematik in der Sondersitzung am Mittwoch, 26. August, erklärt Ulrich Lechte, Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses: „Der Sahel braucht mehr als nur militärische Unterstützung.“

Regensburg. Der Putsch gegen Präsident Keita habe die Vernachlässigung Deutschlands und Europas von ausreichender humanitärer Hilfe und tiefgreifender entwicklungspolitischer Maßnahmen zur Wahrung der Stabilität im Mali und dem Sahel offenbart. Die monatelangen Proteste im Mali haben gezeigt, dass Sicherheit nur eine Komponente der Stabilität sein kann. Wenn sich jedoch Korruption, Wahlbetrug und eine desolate Wirtschaft über Monate manifestieren, dann könne die Gewährleistung von militärischer Sicherheit alleine wenig anrichten. „Man darf nur hoffen, dass der Funke nicht noch auf andere Staaten im Sahel überspringt. In der Region haben wir es nämlich mit vielen fragilen Staaten zu tun, in denen die Probleme oft nicht kleiner sind als im Mali“, so Lechte.

Während der Bundestag im Mai noch über die Verlängerung der Auslandsmandate der Bundeswehr debattiert habe, seien wirkliche Fortschritte auf den Ebenen der humanitären Hilfe und der Entwicklungspolitik für Mali und die Region weit hinter den Erwartungen geblieben. So seien im Jahr 2019 lediglich 32 Millionen Euro humanitäre Hilfe für die gesamte Sahelregion von Deutschland zugesagt worden. Lechte erklärt: „Dies entspricht lediglich 1,2 Prozent unserer weltweiten humanitären Hilfe und das obwohl wir gebetsmühlenartig von der Bundesregierung vorgepredigt bekommen, wie wichtig doch die Region für Deutschland und Europa ist. Die Region steht ohne Frage im europäischen Sicherheitsinteresse und deshalb brauchen wir mehr humanitäres und entwicklungspolitisches Engagement von Deutschland und Europa.“


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