19.08.2020, 09:45 Uhr

Müll und Lärm „Es hat sich ausdiskutiert“ – Betretungsverbot auf Jahninsel und Grieser Spitz bis Oktober 2021

Bürgermeister Ludwig Artinger stellte gemeinsam mit Hans Dietrich Krätschell (links), Leiter des Gartenamts, und Dr. Patrick Veit (rechts), Leiter des Ordnungsamts, die „Änderung der Satzung für die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen und Spielanlagen“ vor.  Foto: Kathrin LechlBürgermeister Ludwig Artinger stellte gemeinsam mit Hans Dietrich Krätschell (links), Leiter des Gartenamts, und Dr. Patrick Veit (rechts), Leiter des Ordnungsamts, die „Änderung der Satzung für die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen und Spielanlagen“ vor. Foto: Kathrin Lechl

„Alle Jahre wieder“ werde in Regensburg über Müll und Lärm auf der Jahninsel und auf dem Grieser Spitz diskutiert, so Bürgermeister Ludwig Artinger bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 18. August. Dieses Jahr kommt mit dem Infektionsschutz ein weiteres Problem dazu. Nun reagierte die Stadt Regensburg mit einem Verbot.

Regensburg. Bürgermeister Ludwig Artinger stellte am Dienstag gemeinsam mit Hans Dietrich Krätschell, Leiter des Gartenamts, und Dr. Patrick Veit, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr, die „Änderung der Satzung für die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen und Spielanlagen der Stadt Regensburg“ vor. Bis 31. Oktober 2021 gilt auf der Jahninsel und auf dem Grieser Spitz ein temporäres Betretungsverbot zwischen 23 und 6 Uhr. Zusätzlich gilt ein generelles, orts- und zeitunabhängiges Verbot elektronisch verstärkter Musik.

Das Ziel der Verbote sei, so Artinger, die beiden Grünanlagen für die Allgemeinheit wieder erlebbar zu machen und den Infektionsschutz sicherzustellen. Beides sei in den letzten Monaten nicht mehr gewährleistet gewesen. Ein weiteres Problem sind die Hinterlassenschaften aller Art der Feiernden: „Die Gefäße reichen nicht, der Müll wird liegengelassen, die Anwohner beklagen sich“, fasste Artinger zusammen. Dies alles ist nichts Neues. Artinger erklärte: „Man könnte fast sagen: alle Jahre wieder.“ Jedes Jahr werde wieder überlegt und ein Verbot diskutiert. Trotz zusätzlicher Maßnahmen habe es dieses Jahr aber „so massive Beschwerden wie noch nie“ gegeben, „30 Mal musste dieses Jahr geräumt werden“. Als „Ultima Ratio“, so Artinger, gilt nun bis Oktober nächsten Jahres das Betretungs- und Musikverbot. Bei der Frage, wo die Feiernden denn stattdessen hingehen sollen, verweist Artinger als Alternative auf die 138 Anlagen im Grünanlagenverzeichnis.

Ordnungsamtsleiter Dr.Patrick Veit erklärte, dass regelmäßige Bestreifungen durch das Ordnungsamt die Beschwerden der Anwohner der „Party-Hotspots“ – bezogen auf die Vermüllung, den massiven Lärm und die Hinterlassenschaften körperlicher Art – bestätigen. Zu Höchstzeiten habe man rund 500 Personen am Grieser Spitz beziehungsweise 800 Personen auf der Jahninsel feststellen können. Der Alkoholisierungsgrad sei sehr hoch, Trinkspiele wie „Beer Pong“ problematisch und auch zu Jugendschutzverstößen sei es immer wieder gekommen. Obwohl man personell und zeitlich die Bestreifungen verstärkt und die Polizei dabei geholfen habe, obwohl man donnerstags bis samstags ab 18 oder 19 Uhr vor Ort präsent sei, seien nun eine Reaktion und eine klare rechtliche Regelung erforderlich, denn all die Maßnahmen „führten zu nichts“. Mit dem Betretungsverbot wolle man auch die Anziehungswirkung der Jahninsel, die auch über die Grenzen Regensburgs hinaus als Feierort bekannt sei, verringern. Das Musikverbot basiere auf neuen technischen Entwicklungen, „hier ist die Wahrnehmung der Feiernden eine andere“, erläuterte Veit.

Hans Dietrich Krätschell, Leiter des Gartenamts, erklärte zu den Verboten: „Die Nachfrage steigt und wird mit Lebensfreude ausgeschöpft und überreizt.“ Grünanlagen werden immer beliebter, doch die starke Nutzung zieht auch ihre Effekte nach sich. „Die Menge an Müll und die Unachtsamkeit im Umgang mit der Grünqualität betrifft uns im Gartenamt sehr“, so Krätschell. Er erklärt, dass die Dixiklos täglich gesäubert werden und dass das Gartenamt viermal wöchentlich am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag die beiden Grünanlagen reinige – „wenn‘s sein muss, auch am Dienstag und Donnerstag“. Trotzdem seien durch das Gartenamt in den letzten sechs Wochen 72 Kubikmeter Müll auf der Jahninsel und auf dem Grieser Spitz aufgesammelt worden. Das sei eine „erhebliche Menge“, die etwa 60 Hausmülltonnen entspreche. Man habe viel versucht, leider erfolglos: „Es hat sich ausdiskutiert“, bedauert Krätschell.


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