30.07.2020, 12:33 Uhr

Vor-Ort-Termin Bahnbrücke Burgweinting – Schlüsselbauwerk des sechsstreifigen A3-Ausbaus


Eine ganz andere Perspektive auf den sechsstreifigen Ausbau der A3 bei Regensburg, als man normalerweise als Autofahrer hat, bot sich Medienvertreterinnen und Vertretern bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag, 30. Juli, auf dem Baufeld an der Bahnbrücke Burgweinting.

Regensburg. Christian Unzner, Leiter der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern, und Michael Aigner, Projektleiter Ingenieurbau A3-Ausbau, informierten zum aktuellen Stand der Baustelle. „Es ist das Schlüsselbauwerk des A3-Ausbaus, das größte Bauwerk, das Nadelöhr“, beschrieb Unzner die Bahnbrücke bei Burgweinting-Ost. Seit gut einem Jahr sei nicht viel zu sehen, es habe Probleme mit dem Auftragnehmer gegeben. Doch: „Jetzt geht‘s weiter“, erklärte Unzner mit Blick auf die 23 Bahngleise, die von den beiden Überbauten auf 200 Metern überspannt werden. Der Vertrag des bisherigen Auftragnehmers wurde Ende April gekündigt, seit Anfang Mai gibt es einen neuen Auftragnehmer. Die Gesamtbauzeit sei aber trotz Verzögerungen nicht gefährdet, versicherte Unzner. Der nördliche Überbau soll bis Herbst nächsten Jahres fertig werden.

Dabei sei die Bauweise der Bahnbrücke keine alltägliche Maßnahme, so Aigner, sondern technisch sehr komplex. Im sogenannten Takt-Schiebe-Verfahren wird die neue Brücke quasi Takt für Takt in die alte hineingeschoben. Dabei sind die beiden Überbauten miteinander verschweißt, sodass der alte Überbau am Ende hinausgeschoben wird. Dies hat den großen Vorteil, dass sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr aufrecht erhalten werden können. „Das Taktschieben ist eine Standardbauweise“, erklärte Unzner, „aber diese Art von Taktschieben ist eine Sonderlösung, ein Unikat“. Denn so müsse die alte Brücke nicht abgebrochen werden. Aktuell erfolge die intensive Einarbeitung in diese komplexe Materie, die dann ab Oktober stattfinden werde, erläuterte Aigner. Die neue Firma bringe dabei die nötige Erfahrung, Dringlichkeit und entsprechendes Know-How in der speziellen Schiebetechnik mit.

Mehrkosten werde es durch die Verzögerungen geben, so die Verantwortlichen, zum derzeitigen Zeitpunkt können diese allerdings noch nicht beziffert werden. Man nutze jetzt die bestehenden Zugsperrpausen und passe sich daran an. Denn die Sperrpausen bei der Bahn müssen zeitlich beantragt werden, die Bahn habe hier eine sehr lange Vorlaufzeit von zwei Jahren und richte die Zugpläne dementsprechend bereits lang im Voraus an den Plänen aus.

Und zu guter Letzt kam die Frage auf, ob die Pandemie einen Einfluss auf die Baustelle hatte. Hierzu erklärten die Verantwortlichen, dass das Coronavirus weder positive noch negative Auswirkungen auf die Bahnbrücke mit sich gebracht habe, sodass sich der Verzug nicht auf die Gesamtdauer auswirke. Und die Arbeiten selbst sind für Autofahrer „so gut wie nicht sichtbar“, erklärte Unzner, worüber man aber ganz froh sei, da so Staus und Unfälle vorgebeugt werden. Erst ganz am Ende, wenn der Verkehr über die neue Brücke rollt, wird man also das Ergebnis dieses speziellen Bauverfahrens bewundern können.


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