24.07.2020, 12:50 Uhr

Besuch in Tegernheim Peter Aumer will das „Fleischerhandwerk vor Bürokratie schützen“

 Foto: Büro Aumer Foto: Büro Aumer

Durch die Corona-Krise und die Häufung von Corona-Fällen war die Fleischindustrie und das „Subsubsubunternehmertum“ oft Thema in Medien und Politik. Auch deshalb ist während der Corona-Krise die Bedeutung regionalen Fleischerhandwerks für die Lebensmittelversorgung gestiegen. Gerade in Zeiten der Coroan-Pandemie haben viele Menschen wieder auf die Qualität und Regionalität handwerklicher Erzeugnisse vom Metzger um die Ecke zurückgegriffen.

Tegernheim. Der CSU-Bundestagsabgeordnete für Stadt und Landkreis Regensburg, Peter Aumer hat sich deshalb mit dem Obermeister der Fleischerinnung Regensburg, Werner Muggenthaler, getroffen und über die aktuelle Situation ausgetauscht. Insgesamt 54 Betriebe umfasst die Fleischerinnung Regensburg. Konkret ging es beim Gespräch um den ersten Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums zum Arbeitsschutzkontrollgesetz. Dieses soll Werkverträge und „Subsubsubunternehmertum“ zukünftig stärker regulieren. Dazu bedarf es aber einer stichhaltigen Unterscheidung zwischen Fleischindustrie und Fleischerhandwerk, damit die Handwerksbetriebe nicht mit einem mehr an Bürokratie zu kämpfen haben.

So umfasst das Arbeitsschutzkontrollgesetz die elektronische Zeiterfassung. Diese ist nach Muggenthaler erstens schwer und nur kostenintensiv umsetzbar und zweitens nicht praktikabel. Der Familienbetrieb wird in dritter Generation geführt. Muggenthaler: „Ohne die Hilfe meiner Frau und meiner Tochter – auch über die normale Arbeitszeit hinaus – wäre der Betrieb nicht zu führen. Zudem sind für mich selbst als Selbstständiger 60 Stundenwochen eher die Regel als die Ausnahme.“ Der Referentenentwurf geht daher an der Lebenswirklichkeit der Familienbetriebe vorbei.

Auch die Unterscheidung zwischen Fleischindustrie und Fleischerhandwerk, die sich nach Entwurf auf die Angestelltenanzahl bezieht, trifft nicht die Praxis vor Ort. Gerade Fleischereien mit mehreren Filialen würden nach Referentenwurf schon zur Fleischindustrie zählen. Aumer: „Jedem der schon einmal in einer handwerklich geführten Metzgerei eingekauft hat, wird klar, dass zur Unterscheidung zwischen Industrie und Handwerk nur der Produktionsprozess herangezogen werden kann.“ Ähnlich sieht dies der Innungsverband, der zur Unterscheidung fordert, dass der Betriebsinhaber beziehungsweise Fleischermeister auf die Mitarbeiter und damit auf den Produktionsprozess persönlich maßgeblich Einfluss nimmt. Aumer: „Diese klare Unterscheidung ist für mich stichhaltig. Ich habe Bundesminister Heil daher darum gebeten, dass er diese in den Gesetzentwurf aufnimmt, um hier wirklich gezielt das ,Subsubsubunternehmertum‘ zu bekämpfen und nicht unsere handwerksgeführten Fleischereien zu gefährden.“

Für Aumer ist die zielgenaue Unterscheidung ein wichtiges Zeichen an die Handwerksbetriebe, damit diese auch weiterhin zur regionalen Lebensmittelversorgung beitragen können und nicht mit einem noch mehr an Bürokratie zu kämpfen haben.


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