23.07.2020, 13:33 Uhr

Kommentar Müll und Lärm am Grießer Spitz – Verbote sind auch keine Lösung!


Müllberge und Lärm bis in die Nachtstunden – das sind die zwei größten Probleme, an denen sich Anwohner beliebter Regensburger Plätze und Inseln immer mehr stören. Die Stadt will deshalb ein Betretungsverbot für die Jahninsel und den Grießer Spitz einführen. Die Feierwütigen sind davon wenig begeistert und wollen dagegen kämpfen, nach dem Motto „Die Stadt gehört uns allen“.

Regensburg. Tatsächlich haben wir in Regensburg ein Müllproblem. Es gibt einfach viel zu wenig Mülleimer – oder viel zu viel Müll. Wenn ich mir etwas zu Essen mit an die Donau nehme, dann packe ich das immer in eine Box, die ich dann natürlich wieder mitnehme. Aber auch, wenn ich mir in der Stadt etwas hole und Müll anfällt, ist es für mich absolut selbstverständlich, den auch wieder zu entsorgen. Doch das ist oft gar nicht mal so einfach. Letztens bin ich mit einer tropfenden Dönerpapiertüte in der einen Hand und meinem Fahrrad in der anderen Hand wieder einmal auf Mülleimersuche gewesen. Auch wenn es für mich persönlich nie in Frage kommen würde, meinen Müll einfach ins Grüne oder gar in die Donau zu werfen (hab ich alles schon gesehen), muss ich zugeben, dass mehr und vor allem größere Mülleimer hier sicher sinnvoll wären.

Beim Problem mit dem Lärm gehöre ich als Altstadtbewohnerin zu denjenigen, die die Anwohnerinnen und Anwohner am Grießer Spitz und auf der Jahninsel sehr gut verstehen können. Vor allem zur Dultzeit, die jetzt ja – zum Glück für die Anwohner – corona-bedingt ausfällt, verlieren manche Feiernde die letzten Hemmungen. Doch grundsätzliche Verbote, wie sie für den Grießer Spitz und die Jahninsel angedacht sind, bringen hier meiner Meinung nach recht wenig. Im Gegenteil, sie sind eher kontraproduktiv. Die Feiernden werden nicht einfach um 22 Uhr nach Hause gehen, nein, das Problem wird sich viel mehr verlagern. Und dann werden sich die nächsten Anwohner beschweren – verständlicherweise.

Verbote sind keine Lösung, doch eine Lösung muss her. Sensibilisierung, Dialoge und Respekt – gegenüber der Natur und gegenüber den Anwohnern – ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man damit noch die Kurve kriegt und Verbote vermeiden kann. Oder liege ich da etwa falsch?


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