13.07.2020, 16:06 Uhr

„Wir schieben an“ Über 400 Millionen Euro für Schieneninfrastruktur im Freistaat

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Der Öffentliche Nahverkehr ist essentiell für die Gesellschaft – und seine Zukunft entscheidet sich auch auf der Schiene. Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer erklärt: „Mein Ziel ist, dass wir überall in Bayern ein attraktives Angebot im Öffentlichen Nahverkehr haben, damit mehr Menschen ihn nutzen.“

Bayern. „Dafür brauchen wir eine starke Infrastruktur, vor allem auf der Schiene. Deswegen freue ich mich, dass die Deutsche Bahn in Abstimmung mit uns in den nächsten Jahren viel Geld investiert, damit Bahnhöfe, Gleise und Signale im ganzen Freistaat noch leistungsfähiger werden. Und zudem stützt das gerade in Corona-Zeiten unsere Bauindustrie!“, so Schreyer weiter.

Anfang des Jahres haben der Bund und die DB eine neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III) für den Zeitraum von 2020 bis 2029 geschlossen. Die Eckdaten für den Neu- und Ausbau im Freistaat haben Ministerin Schreyer und DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla am Montag, 13. Juli, in München vorgestellt.

Das bayerische Schienennetz profitiert besonders, denn aus diesem Topf wird die DB in Bayern 436 Millionen Euro in Projekte investieren, die vorher mit dem Bayerischen Verkehrsministerium abgestimmt werden. Gegenüber den zurückliegenden Jahren erhöht sich die Investitionssumme pro Jahr um 16 Prozent. DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla dazu: „Mit den zusätzlichen Mitteln bauen wir in Bayern den Nahverkehr weiter aus und sorgen so für bessere Verbindungen zwischen Stadt und Land sowie in den Ballungsräumen. Damit machen wir Bahnfahren attraktiver und schaffen die Voraussetzung für die dringend benötigte Verkehrswende.“

Mittel aus dem Förderprogramm fließen in einzelne Großprojekte wie den Streckenausbau zwischen München und Lindau, vor allem aber in kleinere Maßnahmen auf Nebenstrecken. „Wir denken vom Fahrgast her und haben uns deswegen gefragt, mit welchen Neu- und Umbaumaßnahmen wir die Nahverkehrsverbindungen verbessern, stabiler und attraktiver machen können“, so Ministerin Schreyer.

Konkret wird in den nächsten Jahren unter anderem an folgenden Projekten geplant und gearbeitet:

Neubau von Bahnstationen, beispielsweise in Lindau (Festlandsbahnhof), Würzburg (Heidingsfeld-Ost), Regensburg (Walhallastraße) und Brunnen (Station der Paartalbahn)

Maßnahmen zur Barrierefreiheit, unter anderem in Senden, Marktoberdorf und Seefeld-Hechendorf

Einbindung von reaktivierten Strecken ins DB-Netz durch Baumaßnahmen an Schnittstellen, wie dem Bau eines neuen Kreuzungsbahnhofs in Langlau

Kleinere Elektrifizierungsmaßnahmen auf den Strecken Wasserburg – Ebersberg, Pfronten-Steinach – Landesgrenze zu Tirol und dem zweiten Gleis auf dem Damm zur Insel Lindau

Streckenertüchtigungen und -beschleunigungen wie bei der Rottalbahn (Mühldorf – Passau), der Gäubodenbahn (Neufahrn – Bogen), der Gräfenbergbahn (Nürnberg – Gräfenberg), der Aischgrundbahn (Neustadt an der Aisch – Steinach), der Paartalbahn (Augsburg – Ingolstadt) und dem Oberlandnetz (Strecken nach Bayrischzell und Lenggries)

Ministerin Schreyer betont: „Wir sind klug beraten, dass wir nicht mit einer abgeschlossenen, sondern mit einer atmenden Liste in diese lange Förderperiode gehen. Das ist vorausschauend, denn Staatsregierung und Deutsche Bahn wollen schließlich handlungsfähig für neue Entwicklungen und Projekte bleiben. Ich bin mir sicher, dass wir so die Schieneninfrastruktur einen großen Schritt voranbringen und so auch zum Erreichen der Klimaziele beitragen.“

Auch über die Projekte aus dem genannten Investitionspaket hinaus wird weiter am Ausbau der für den Nahverkehr relevanten Schieneninfrastruktur in Bayern gearbeitet. Basis dafür sind die stark erhöhten Mittel zur Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, GVFG) und weitere Sondermittel, die der Bund der DB zur Verfügung stellt. Ministerin Schreyer erklärt: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren viele Bahnprojekte bei uns in Bayern sehen werden.“


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