28.05.2020, 10:38 Uhr

Rewag informiert Effizient und klimafreundlich – Nahwärmeversorgung für Barbing erweitert

 Foto: Stadt Regensburg Foto: Stadt Regensburg

Bereits seit der letzten Heizperiode versorgt die Rewag die Johann-Michael-Sailer Grundschule Barbing mit klimafreundlicher, annähernd CO2-neutraler Wärme. Mit der Feuerwehr ist jetzt noch weitere Liegenschaft der Gemeinde dazukommen.

Barbing. Die Wärmeversorgung für die Gemeinde Barbing erfolgt vorrangig aus der Abwärme der Blockheizkraftwerke (BHKWs) des Regensburger Klärwerks. Angetrieben wird das BHKW mit Klärgas, das bei der Reinigung des Abwassers entsteht. Ergänzt wird die Wärmeversorgung durch einen Erdgas-Spitzenkessel, der auch zur Versorgungssicherheit beiträgt. Dafür baute der Energieversorger eine etwa 1.600 Meter lange Nahwärmeleitung entlang der Straubinger Straße, Frühlingstraße und der Mintrachinger Straße in Barbing bis zu dem neuen Baugebiet Barbing Süd, mit der bis zu 250 Einfamilienhäuser in den Neubaugebieten versorgt werden können.

So stehen der Gemeinde Barbing jährlich rund 1.500 Megawattstunden regenerativ, Kohlendioxid-neutral und regional erzeugte Wärme zur Verfügung. Entlang der Nahwärmetrasse wurden zudem die kommunalen Gebäude der Gemeinde wie die Grundschule und die Feuerwehr angeschlossen. Die technische Planung der Versorgungsanlagen übernahm das Ingenieurbüro Team für Technik aus Regensburg. Für den Rewag-Vorstandsvorsitzenden Dr. Torsten Briegel hat das Projekt Beispielcharakter, nicht nur für die Kooperation zwischen Stadt, Landkreis und der Rewag, sondern auch für eine effiziente Nutzung von Energie: „Wärmelösungen – vorrangig aus dezentraler Erzeugung – sind eine Kernkompetenz der Rewag. Mit dieser Nahwärmeleitung kann die Abwärme der BHKWs nicht nur für das Klärwerk, sondern auch viele weitere Immobilien verwendet werden. So schaffen wir einen optimalen Synergieeffekt. Darüber hinaus ermöglicht uns als Versorger die regionale Energieproduktion einen langfristig kalkulierbaren Energiepreis und regionale Wertschöpfung“.

Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das heißt: Sie produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch wird der eingesetzte Brennstoff sehr viel effizienter genutzt als bei der getrennten Produktion und es entstehen vergleichsweise weniger klimaschädliche CO2-Emissionen. Grundlage ist meist ein Motor, der einen Generator antreibt und damit Strom erzeugt. Die Abwärme wird zum Heizen genutzt. Das Klärwerk der Stadt Regensburg betreibt drei BHKWs mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 1.911 Kilowatt und einer thermischen Leistung von insgesamt 2.175 Kilowatt. Die BHKW-Anlagen werden mit Klärgas betrieben, das aus dem Prozess des Klärwerkes vor Ort gewonnen wird. In den Faulbehältern des Klärwerks wird aus Klärschlamm Methangas produziert. Die BHKWs laufen rund um die Uhr und speisen die Strommenge in das betriebseigene Netz ein. Etwa 50 Prozent der erzeugten Wärmemenge nutzt das Klärwerk für den Eigenbedarf.

Die Rewag baute zudem eine neue Heizkesselanlage, die mit Erdgas betrieben wird. Sie übernimmt bei einem Ausfall der BHKWs die Wärmeversorgung der Faulbehälter, der Gebäude des Klärwerks und des Neubaugebiets und der Liegenschschaften der Gemeinde Barbing. Der Erdgas-Heizkessel dient außerdem dazu, bei Spitzenlasten, also bei einem hohen Verbrauch, bei dem die Wärmemengen der Blockheizkraftwerke nicht mehr ausreicht, den Wärmebedarf zu decken. Trotz des Einsatzes von Erdgas ist insgesamt eine hohe Energieeffizienz und eine sehr gute CO2-Bilanz gegeben, da sich der Erdgaskessel nur bei Spitzenlasten dazu schaltet. Etwa 80 Prozent der Wärmeversorgung erfolgt CO2-neutral. Durch das Konzept erreicht die Rewag einen Primärenergiefaktor für das Fernwärmenetz von 0,00.

Die im Heizkraftwerk produzierte Wärme wird als Heizwasser in die Gebäude ‎transportiert. Sie dient zum Betrieb der Heizung und zur Erzeugung von Warmwasser. Nahwärme ist eine ökologische und sehr wirtschaftliche Form der Wärmeversorgung. Die Wärme wird umweltschonend erzeugt und durch ein wärmegedämmtes Rohrsystem direkt in die Immobilien geleitet. Anstelle einer Heizungsanlage sind die Gebäude mit einer wartungsarmen Nahwärme-Kompaktstation ausgestattet. Die Nutzer profitieren von transparenten, günstigen Wärmepreisen und geringeren Preisschwankungen im Vergleich zu anderen Wärmelösungen. Darüber hinaus reduziert Fernwärme die CO2-Emissionen des versorgten Gebäudes und bietet eine sehr hohe Versorgungssicherheit. Letztlich ist es aber vor allem auch eine Steigerung des Wohnkomforts und der gefühlten Sicherheit, zu wissen, dass weder eine Heizungsanlage direkt im Haus in Betrieb ist, noch Brennstoffe vor Ort gelagert werden.

„Vor Ort erzeugte Energie zu nutzen, ist ein entscheidendes Kriterium für die regionale Energiewende“, erklärt Dr. Torsten Briegel. Auch Barbings Erster Bürgermeister Johann Thiel steht dem Projekt positiv gegenüber: „Mit dieser Art der Wärmenutzung können wir den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren, nicht nur für das Neubaugebiet, sondern auch für unsere Liegenschaften der Gemeinde. Ich freue mich, dass mit der Feuerwehr wieder eine unserer Immobilien davon profitiert. Diese Lösung ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.“


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