09.05.2020, 22:07 Uhr

Coronavirus Kerstin Radler spricht sich für Lockerungen unter Einhaltung der Sicherheitsstandards aus

 Foto: Gottfried Obermair Foto: Gottfried Obermair

Kerstin Radler, Regensburger Landtagsabgeordnete der Freien Wähler aus Regensburg, unterstützt ebenso wie die Freie-Wähler-Landtagsfraktion die Bemühungen der Staatsregierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus und berät mit ihrer Fraktion über die Zeit nach Ende der strengen Beschränkungen.

Regensburg. „Engagement und politische Fähigkeiten in der Krisenbewältigung haben entscheidend dazu beigetragen, das Gesundheitswesen zu entlasten und die in weiten Teilen stillgelegte bayerische Wirtschaft aufzufangen, auch hier in Regensburg“, lobt Kerstin Radler. Das öffentliche Leben auf Sparflamme funktioniere, habe jedoch auch gewaltige Nebenwirkungen. Daher sei es wichtig, den Blick auf die Zeit nach Ende den strengen Abwehrmaßnahmen zu richten, denn der Katastrophenfall müsse eine zeitlich begrenzte Ausnahme bleiben, stellt Radler klar.

„Nun bedarf es einer klugen Strategie, wie wir mit dem Virus leben und arbeiten können, solange es noch keine Medikamente oder Impfstoffe gibt. Wir müssen eine neue Normalität herstellen“, erklärt die Abgeordnete weiter. „Deshalb hat die Corona-Taskforce der Freie-Wähler-Landtagsfraktion erarbeitet, wie das soziale, wirtschaftliche und politische Leben vorsichtig und schrittweise normalisiert und den Menschen neue Hoffnung für den Alltag gegeben werden kann, ohne das Gesundheitssystem zu überfordern“, so Radler weiter. Konkret schlagen die Freien W‚ähler dafür eine mit der Staatsregierung abgestimmte Drei-Phasen-Strategie vor: In der laufenden Phase 1 müsse Zeit gewonnen und die Voraussetzungen für eine Lockerung der Beschränkungen geschaffen werden, so Radler. Es sei bereits gelungen, die Infektionskurve abzuflachen und die Verdopplungsraten der Infiziertenzahlen deutlich zu verlangsamen. Phase 2 des Strategiepapiers sieht eine kontrollierte und schrittweise Rückkehr zur Normalität vor – vorausgesetzt, folgende Kriterien sind erfüllt: verfügbare Kapazitäten im Gesundheitssystem, ausreichendes Abbremsen der Infektionen und zunehmende Immunisierung der Bevölkerung. Höchste Priorität müssten aber stets der Schutz von Risikogruppen und die Vermeidung von Neuinfektionen haben. Für Phase 3 – die Zeit nach der Krise – fordern die Freien Wählerunter anderem eine umfassende Gesundheitsreform sowie den Aufbau einer regionalen Herstellung wichtiger Medizin- und Verbrauchsprodukte und Dienstleistungen. „Bayern muss sich von solch selbst geschaffenen Sachzwängen befreien – in seinem ureigenen Interesse“, so Radler weiter.

Radler selbst fungierte innerhalb ihrer Fraktion als Leiterin der sogenannten „Cocooning“-Arbeitsgruppe zum bestmöglichen Schutz und Versorgung der Risikogruppen. „Ich unterstütze die derzeitigen Lockerungen, allerdings unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Sicherheitsstandards. Risikogruppen sollen weiterhin geschützt werden, ohne zugleich ausgegrenzt zu sein. Es müssen Lösungen her, höchste hygienische Standards in Pflegeheimen und Krankenhäusern verbunden mit einem gleichzeitigen Besuchsrecht für Familienangehörige“, fasst Radler zusammen. Man müsse auch die sozialen und psychisch belastenden Komponenten berücksichtigen, die durch die lange Zeit der Distanz unter Angehörigen und die fehlende Nähe hervorgerufen werden können. „Hier ist ein kluges Abwägen zwischen Sicherheitsvorkehrungen und menschlichen Bedürfnissen erforderlich“, gibt Radler zu bedenken.


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