09.05.2020, 14:17 Uhr

Europatag Europa-Union fordert Schutzschirm des Miteinanders

 Foto: Philipp Seitz Foto: Philipp Seitz

Traditionell ist der Europatag am 9. Mai dick angestrichen im Kalender der Regensburger Europa-Union: Infostände, Veranstaltungen, Aktionen – „alles leider nicht möglich in diesem Jahr“, sagt Tobias Gotthardt, designierter Vorsitzender des Verbandes in der Donaustadt und bedauert: „Das alles ausgerechnet zum 70-jährigen Jubiläum der Schuman-Erklärung.“

Kallmünz. Umso wichtiger findet er deshalb die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem „europäischen Erbe der Gründerväter – ihre Idee Europa“. Und die leide gerade auch an Corona. „Grenzen dicht, Kontakte abgerissen, das öffentliche Leben vielerorts auf Null gestellt.“ Umso wichtiger sei es jetzt, nach vorn zu schauen, „sich den Gründergeist der Mütter und Väter zu eigen zu machen, einen Schutzschirm des Miteinanders und der Menschlichkeit zu spannen“. Europa brauche nach Wochen der Isolation „eine Art restart – gerade in der Grenzregion“. Gotthardt baut deshalb gerade auf Kommunen, Vereine und Städtepartnerschaften: „Sobald es wieder möglich ist, müssen wir dem Europa der Menschen und der Tat Starthilfe geben.“

Gotthardt appelliert deshalb zum Europatag an die kommunalpolitischen Kollegen: „Unterschätzen wir die Bedeutung der persönlichen, grenzübergreifenden Begegnung nach der Phase der sozialen Isolation nicht.“ Gotthardts Idee: „Den bestehenden Partnerschaften gerade in dieser Krise neues Leben einzuhauchen, Vertiefung zu wagen und Neugründung von Städtepartnerschaften zu unterstützen. Jeder Ansatz von Partnerschaftsvereinen, Schulen und Verbänden, „den grenzübergreifenden Austausch wieder hochzufahren, verdient vollste Unterstützung.“ Auch der Freistaat müsse das nachhaltig unterstützen und fördern, so Gotthardt.

Der Vorsitzende des Europaausschusses im Bayerischen Landtag bezieht das ausdrücklich auch auf den „alltäglichen bayerisch-tschechischen Grenzverkehr, unseren gemeinsamen Arbeits- und Wirtschaftsraum“. Es sei ein wegweisendes Signal, „dass gerade die Oberpfalz und die Region Pilsen gemeinsam den Impuls zur Lockerung des Grenzregimes gegeben haben – wir können Handwerkskammer, IHK und Regierungspräsident Bartelt dankbar sein für diese Initiative“. Dennoch bleibe die Wiederöffnung der Grenze ein drängendes Thema – gerade auch für die familiäre, persönliche Begegnung – auch hier brauche es ein Europa der Tat, des Herzens und den Schutzschirm des Miteinanders“. Allerdings werde man das nur durch enge, vertrauensvolle Absprache mit den europäischen Nachbarn erreichen.

Alles in allem habe Corona „die Schlagbäume zurück nach Europa gebracht. Es liegt an uns, sie zu brechen – dafür braucht es Mut und die Kraft der Gründerväter. Es braucht uns alle, denn: Ein freies Europa ist keine Selbstverständlichkeit.“ Die Europa-Union werde dafür weiter Impulse geben.


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