29.04.2020, 16:08 Uhr

Corona „Gastronomie braucht klare Perspektiven“

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Die bayerische Gastronomie kann nach den Worten von Ministerpräsident Markus Söder auf Lockerungen der aktuellen Beschränkungen um Pfingsten herum hoffen. Das stellten Söder und Wirtschaftsminister Aiwanger am Dienstag, 28. April, in München in Aussicht.

Kallmünz/München. Die Bayernkoalition orientiere sich damit an den Plänen in Österreich, wonach die Gastronomie Mitte Mai und die Hotellerie Ende Mai schrittweise geöffnet werden soll, erklärte der Ministerpräsident. Österreich sei Bayern in der Krise um etwa zwei Wochen voraus.

Der Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt (Freie Wähler) begrüßte die Ankündigung, dass Gastronomie und Hotellerie auch in der Oberpfalz auf Lockerungen hoffen können. Gleichzeitig machte der Haushaltspolitiker klar, dass er sich um das Gastgewerbe in der Region sorgt – und es klare Pläne benötige. „Ich bin viel im Gespräch mit unseren Gastronomen - die Stimmung ist besorgniserregend. Es braucht jetzt kreative Schritte, um unsere Gastronomie möglichst bald wieder öffnen zu lassen und in Schwung zu bringen“, sagte der Regensburger Abgeordnete der Freien Wähler am Dienstag in München. Die Aussagen von Söder machten Hoffnung. Seine Konzepte, so Gotthardt, bringe er in die Regierungsfraktionen ein und stehe auch in engem Austausch mit dem zuständigen Stellen. Gotthardt formuliert eine klare Erwartungshaltung: „Nun braucht es schnelle und konkrete Schritte.“

Gleichzeitig dankte er Aiwanger für dessen Mühen und Einsatz für die bayerische Gastronomie. Hier bedürfe es eines konkreten Fahrplans auf eine Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs. Gotthardt hatte sich zuletzt mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in Verbindung gesetzt, der sich ebenfalls um die Existenz auch dieser Branche sorgt. Den Tourismus nimmt Haushaltspolitiker Gotthardt, ebenso wie Aiwanger, in den Blick. Gotthardts Forderung: Bundesweit konkrete Perspektiven für die Betriebe des Tourismus- und Gastgewerbes. Bei Aiwanger traf er damit nach eigener Aussage auf offene Ohren.

Gotthardt betonte bereits in der vergangenen Woche: „Unser Gastgewerbe und auch der Tourismus sind bedeutsam für unseren Freistaat. Gerade die Gaststätten sind ein zentraler Treffpunkt für Vereine und die Gesellschaft.“ Nun gelte es, die Branchen aktiv zu unterstützen: „Ich weiß aus vielen Gesprächen und Telefonaten: Dem Gastgewerbe geht’s nicht gut – es droht ein Wirtshaus- und Kneipensterben ungeahnter Größe.“ Das bayerische Tourismus- und Gastgewerbe ist mit bis zu 600.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt 34 Milliarden Euro eine bedeutende Wirtschaftsbranche im Freistaat. Er stehe, so Gotthardt, in engem Kontakt mit den Verantwortlichen. „Und es gibt hier gute Vorschläge, wie es gelingt, passende Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um Öffnungen wieder zu ermöglichen.“

Wirtschaftsminister Aiwanger hatte zuletzt mehrfach deutlich gemacht, so Gotthardt, dass er die Notwendigkeit sehe, dass beim Verzehr von Speisen und bei Übernachtungen außerhalb der eigenen Wohnung besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind. Diese Herausforderung halte der Minister aber für lösbar und damit verantwortbar. Aiwanger: „Genügend Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Gästen und Mund-Nasen-Masken für das Personal in Speiselokalen und beim Freiflächenverzehr, dazu strikte Hygienevorgaben und Zugangsbeschränkungen müssen ein Weg in die Normalität und zur Verhinderung von zahlreichen Betriebsinsolvenzen sein. Wenn sich die Zahl der Neuinfektionen landesweit auf niedrigem Niveau stabilisiert, muss auch der ,Patient Wirtschaft' gerettet werden.“

Gotthardt blickt dabei auch ins Nachbarland: „Österreich diskutiert bereits über die vorsichtige Öffnungen des Gastgewerbes ab Mitte Mai. Das kann für Bayern auch einen „Einstieg in den Ausstieg“ ab der zweiten Maihälfte vorzeichnen.“ Gotthardt verweist in diesem Zusammenhang auch auf das Strategiepapier der Freie-Wähler-Landtagsfraktion, welches fundiert Voraussetzungen und Hygienemaßnahmen definiert und gleichzeitig sicherstellt, sowohl auf die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger als auch auf die Wirtschaft zu achten.


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