14.04.2020, 14:59 Uhr

IG-Metall-Umfrage Jedes zehnte bayerische Unternehmen plant Personalabbau

 Foto: Jens Brueggemann aka Ikonoklast, 123rf.com Foto: Jens Brueggemann aka Ikonoklast, 123rf.com

Die Corona-Krise belastet die Beschäftigten in Bayern schwer. Das ist das Ergebnis einer IG-Metall-Umfrage unter den Betrieben ihrer Branchen. „Neben dem Gesundheitsschutz muss jetzt die Sicherheit der Beschäftigten Priorität eins werden“, sagte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Johann Horn.

Bayern. „Die Krise trifft mit voller Wucht zuerst die prekär Beschäftigten“, sagte Bezirksleiter Johann Horn. Mehr als jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) meldet Leiharbeiter ab, jedes zehnte (elf Prozent) trennt sich von Werkvertragsbeschäftigten. Von befristet Beschäftigten wollen sich 31 Prozent der Betriebe trennen. Elf Prozent der Unternehmen planen jetzt schon einen Personalabbau.

Das Homeoffice ist für Beschäftigte nur teilweise eine Alternative: Zwar ist das in 89 Prozent der Betriebe möglich. Doch wichtige Beschäftigtengruppen wie aus der Produktion sind hier ausgeschlossen. Stark sind Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Aktuell besteht Kurzarbeit oder Pläne dafür in drei Viertel (75 Prozent) der Unternehmen. In jedem dritten bayerischen Betrieb betrifft sie die gesamte Belegschaft. 54 Prozent der Betriebe planen eine Kurzarbeit von sechs Monaten oder länger. In 59 Prozent der Betriebe haben die IG Metall beziehungsweise Betriebsräte und Unternehmen für die Beschäftigten eine Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld durch die Unternehmen vereinbart. Johann Horn sieht die Kurzarbeit als ein wichtiges Instrument zur Beschäftigungssicherung. „Aber: Dort wo Arbeitgeber mit der IG Metall keine Aufzahlung vereinbart haben, wird die Kurzarbeit mit bis zu 40 Prozent weniger Nettoeinkommen für die Menschen auf Dauer existenzbedrohend.“

Die Unternehmen seien bei den Sozialbeiträgen entlastet worden. „Die Politik muss jetzt deshalb dringend auch einen Schutzschirm für Beschäftigte spannen“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Horn. Gesundheitsschutz und Sicherheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssten jetzt Priorität erhalten. Die Umfrage erfolgte unter Betriebsräten von 530 bayerischen Betrieben im Organisationsbereich der IG Metall, die 475.000 Beschäftigte repräsentieren.


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