27.03.2020, 10:19 Uhr

„Wir haben einen Plan“ „Exitstrategie Coronavirus“ – Antikörpertest und eine bessere Evaluierung sind zentrale Forderungen

Der Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt arbeitet mit seiner Fraktion an Plänen für eine „Exitstrategie Coronavirus“. Foto: SeitzDer Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt arbeitet mit seiner Fraktion an Plänen für eine „Exitstrategie Coronavirus“. Foto: Seitz

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler arbeitet derzeit an Plänen für eine Zeit nach der Corona-Krise. Eine Expertengruppe der Fraktion, darunter der Regensburger Finanz- und Europapolitiker Tobias Gotthardt, Fraktionsvorsitzender Florian Streibl und parlamentarischer Geschäftsführer Dr. Fabian Mehring, befassen sich hierfür intensiv mit einer bayerischen „Exitstrategie“.

Kallmünz. Konkret geht es der „Taskforce Corona“ darum, was nach dem Ende der Pandemie kommt. Der Regensburger Abgeordnete Tobias Gotthardt erklärt: „Es geht um Maßnahmen, die greifen sollen, sobald wir in ein normales Leben zurückkehren können.“ Die Landtagsfraktion habe einen konkreten Plan, betonte Gotthardt. „Ein geregelter, aber zugleich verantwortbarer Ausstieg war von Anfang an Teil unserer konsequenten, bayerischen Corona-Strategie.“ Die Arbeitsgemeinschaft habe sich hierzu in einer täglichen Video-Schaltkonferenz bereits auf ein mehrseitiges, sehr detailliertes Maßnahmenpaket verständigt, was weiterhin gemeinsam mit Expertinnen und Experten ausgearbeitet werden soll.

Gefordert werde laut Gotthardt unter anderem ein breit verfügbarer Antikörpertest, mit dem die Grundimmunisierung der Bevölkerung bestimmt werden kann. Das Ziel heißt: „Testen, testen, testen.“ Aktuell reichten die Laborkapazitäten dafür nicht – „aber wir gehen neue, gute Wege“. Weiter unterstreicht Gotthardt, dass Personengruppen, die einen schweren Covid-19-Verlauf zu erwarten haben, „besser isoliert und geschützt werden müssen“. Dafür diene der laufende, massive Aufbau der Krankenhauskapazitäten.

Außerdem spricht sich die Arbeitsgemeinschaft „Exitstrategie Coronavirus“ für eine regelmäßigere und bessere Evaluierung der bereits von der Staatsregierung verhängten Maßnahmen aus. Gotthardt erklärt: „Etwa ab dem ersten April-Wochenende werden wir beurteilen können, ob diese Maßnahmen greifen, ob wir nachsteuern müssen oder lockern können.“ Darauf bereite man sich vor.

Richtschnur der Taskforce für eine eventuelle Lockerung der jetzigen Ausgangsbeschränkungen sei, „dass wir unser Gesundheitssystem und die dort mit vollem Einsatz arbeitenden Menschen nicht überfordern“. Jeder der Schritte werde mit dem bayerischen Gesundheitssystem sowie der Staatsregierung abgestimmt. „Ziel ist es, einen goldenen Mittelweg zwischen dem Schutz der Menschen, der gesellschaftlichen Freiheit und wirtschaftlicher Produktivität zu beschreiten“, sagt Gotthardt. Dazu gehöre auch, staatliche Unterstützungen mit Augenmaß in Anspruch zu nehmen. „Damit Staats- und Bundesregierung finanziell nicht die Luft ausgeht.“


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