14.03.2020, 20:56 Uhr

Kommunalwahlen Sonja Kessel – „,Zero Waste‘-Landkreis? Ich wäre dafür.“

Sonja Kessel, Grüne. Foto: E. HumerSonja Kessel, Grüne. Foto: E. Humer

Am Sonntag, 15.März,wir im Landkreis Regensburg gewählt. Wer die die kommenden sechs Jahre die Geschicke des Landkreises leiten?

Landkreis Regensburg. Sonja Kessel von den Grünen liegt der Landkreis am Herzen, zudem müssten „die Stellschrauben im Sinne der Klimapolitik“ gestellt werden. „Was werden uns die nachfolgenden Generationen in den Gemeinden sagen, wenn wir nicht für die Zukunft streiten und arbeiten würden? Sage keiner, er habe es nicht gewusst ...!“ Kessel will eine S-Bahn zusammen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern auf den Weg bringen, das Tierwohl stärken und „Unternehmerinnen und Unternehmer des gesamten Landkreises zusammenholen, damit das Thema Asylbewerber und Einwanderer so positiv auf den Weg gebracht werden kann, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer wie unsere Geflüchteten alle was davon haben“, so Kessel, die aus Brunn stammt.

Das Interview in voller Länge

Warum wollen Sie Landrätin des Landkreises Regensburg werden?

Weil mir der ganze Landkreis am Herzen liegt und wir die Stellschrauben im Sinne der Klimapolitik stellen müssen. Was werden uns die nachfolgenden Generationen in den Gemeinden sagen, wenn wir nicht für die Zukunft streiten und arbeiten würden? Sage keiner, er habe es nicht gewusst…

Der Landkreis Regensburg kann viele Highlights bieten, was ist für Sie ganz persönlich das Besondere?

Das besondere Highlight ist das Naherholungsgebiet, das jeder vor seiner Tür hat. Mit dem Fahrrad schnell erreichbar, ist es das, weshalb man auch auf dem Lande lebt. Das weitere Highlight sind die Vereine, in denen jeder eine Möglichkeit hat, Anschluss und Miteinander zu erleben. Die kulturellen Highlights mit Walhalla, Weinmuseum, Wandern am Donau- Panoramaweg, Naabtalradweg oder im Laaberflusstal etc. sind ein Muss.

Welche drei großen Projekte wollen Sie ab dem 1. Mai 2020 anpacken, wenn Sie Landrätin bleiben?

Erstes Projekt: die S- Bahn mit der Bürgermeisterin/dem Bürgermeister von Regensburg auf den Weg bringen.

Zweites Projekt: Das Tierwohl liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte die Landwirte motivieren, auf ökologische Landwirtschaft zu setzen und auch in Hofläden die regionalen Produkte zu vermarkten.

Drittes Projekt: Unternehmerinnen und Unternehmer des gesamten Landkreises zusammenholen, damit das Thema Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie und Einwanderinnen und Einwanderer des Landkreises so positiv auf den Weg gebracht werden kann, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer wie unsere Geflüchteten alle was davon haben. Die einen den Arbeitsplatz, die anderen die gute Besetzung mit Fachleuten. Dafür braucht es Know How aus dem Landratsamt, geschultes Personal als Begleitung, wenn es mal hakt, für eine Berufsausbildung im Landkreis in den Betrieben zum Beispiel während der Lehre. Oft braucht es nicht viel, aber entscheidende Hinweise für die Azubis!

Es gibt auch Vorhaben, die eher zu den „weicheren“ Themen gehören. Welche sind Ihnen hier wichtig für den Landkreis?

Jugend-Sozial-Arbeit an unseren Landkreis-Schulen ist uns wichtig. Denn niederschwellig eingreifend vor Ort in den Schulen Kindern zu helfen, lohnt sich immer.

Projekt: Bio- Kompostierung noch viel mehr fördern und dafür sorgen, dass die Gemeinden mit auf den Weg der Kompostierung von Bio Wertstoffen gehen. Irgendwann wollen wir ja mal weniger Müll produzieren, und ein „Zero Waste“-Landkreis werden? Ich wäre dafür.

Besonders wichtig ist die Entwicklung der Mobilität in der Region. Welche Perspektiven sehen Sie hier für den Landkreis?

Wenn Regensburg mit dem S- Bahn- Netz anfängt, wollen wir Konzepte haben um sofort unser Netz anzufügen, was in die verschieden Richtungen des Landkreises weisen wird. Davon gehen die einzelnen kl. Strecken ab in die Gemeinden ab. Mit dem Anruf-Sammel-Taxi etc., kleinen Bussen etc. bedarfsgerecht weiter.

Das 365-Euro-Ticket nicht nur für Schüler und Auszubildende, sondern auch für die anderen Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises.

Handwerker und Berufspendlerinnen und -pendlern müssen unbedingt weiterhin mobil auf der Straße bleiben. Das dieses mit dem E Auto oder Wasserstoffgetankten Auto passieren kann, dafür wollen wir die Weichen stellen in der Zukunft. Wer auf den ÖPNV umsteigen kann, tut das ja eh schon nach Möglichkeit, denn die Kostensumme der Autokosten all inclusive ist ja schon hoch genug.

Der Landkreis hat durch viele kulturelle und sportliche Angebote sowie durch Naturräume auch einen hohen Freizeitwert. Was sind hier Ihre Ideen für eine Weiterentwicklung?

Den Naherholungs- Freizeit- Wert möchte ich noch erhöhen im Norden/Osten des Landkreises. Hier könnte es eine Achse Frauenzell etc. geben, sodass ein weiteres Highlight entstehen könnte. Dazu würde auch noch im weiteren Sinn ein Heimatmuseum Altenthann mit pfiffigem Konzept gehören.

„Stadt und Land – Hand in Hand“, das ist ein gerne verwendeter Spruch. Was bedeutet er für ihre Arbeit? Wie stellen Sie sich die Arbeit gemeinsam mit der Stadt vor?

Das Sozialticket, das im Landkreis zu Beginn des Jahres eingeführt wurde und in der Stadt schon vorher, sind ein Stadt- Land- Projekt, wofür ich den letzten Kreistagsfraktionen der Koalition meinen Dank ausspreche.

Gern erweitern wir die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Hilfe für alle, wie beispielsweise Lehrstellen-Suchende. Damit wir die Fachleute im Landkreis und der Stadt stützen und Fachmenschen generieren, die unser Arbeitsmarkt so dringend nötig hat.

Auch die Nachbarlandkreise darf man nicht außer acht lassen. Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den Landkreisen Cham, Straubing, Kelheim, Neumarkt und Schwandorf vor?

Genau auf diesem vorhin genannten Gebiet der Facharbeiter- Hilfe von Amts wegen werden wir darüber hinaus auch in Fragen der Mobilität zusammenarbeiten. Damit die Kosten beim Landkreis-Übertritt zum Beispiel ÖPNV möglichst keine Probleme mehr abbilden.

Wie werden Sie den Wahltag verbringen?

Ich gehe mit meinem Mann in der Früh wählen. Dann treffe ich noch einige Leute zum Politisieren. Und abends sind wir dann im Landratsamt und warten die Wahlergebnisse ab.

Wie sieht Ihr Plan B aus, falls es nicht mehr klappt mit dem Chefsessel im Landratsamt?

Ich werde weiter in meinem Beruf arbeiten. Als Kreisrätin werde ich dann an der erfolgreichen Arbeit der Vergangenheit anknüpfen.


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