24.02.2020, 14:10 Uhr

Radverkehr weiterentwickeln Verkehrspolitische Radtour 2020 im Zeichen des Radentscheides

 Foto: ADFC Regensburg Foto: ADFC Regensburg

Die verkehrspolitische Radtour von ADFC und VCD hat schon Tradition. Sie fand dieses Jahr in Regensburg schon am Samstag, 22. Februar, zum elften Mal statt. Eingeladen wurden alle Stadtratsfraktionen, OB-Kandidaten und die Verwaltung. Inhaltlich ging es darum, an Beispielen aufzuzeigen, wie der im Stadtrat beschlossene Radentscheid umgesetzt werden kann.

Regensburg. Die Radtour startete, wie auch die letzten Fahrraddemonstrationen am Hauptbahnhof und führte von dort über die Hemauerstraße, die Sternbergstraße und die Alfons-Auer-Straße in den Stadtsüden. Beim ersten Stopp in der Hemauerstraße erklärte Wolfgang Bogie vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland die Bedeutung der eingerichteten Fahrradstraße in der Hemauerstraße. Mit der Radwegeüberführung über die Landshuter Straße, der Blumenstraße und schließlich dem Safferlingsteg bildet sich hier eine der Hauptrouten für Radverkehr auf Nebenstraßen heraus. In einem nächsten Entwicklungsschritt ist auch die Blumenstraße als Fahrradstraße vorstellbar. Neben einer geplanten Radroute entlang der Bahnschienen nach Burgweinting soll die Achse Alfons-Auer-Straße sich als eine Fahrradhauptroute nach Burgweinting ausbilden. Diese Strecke wird schon heute viel von Radfahrern genutzt, um zum Beispiel nicht an der vielbefahrenen Landshuter Straße fahren zu müssen. Problemstellen auf solchen angedachten Routen sollen von einem Ingenieurbüro systematisch aufgezeigt werden.

Das Radentscheid-Team hat gemeinsam mit der Verwaltung und der Unterstützung der Bürgermeisterin erste Planungskriterien ausgearbeitet. Bestimmte Routen beziehungsweise Routenkorridore in alle Himmelsrichtungen und kreisförmig durch das Stadtgebiet wurden gemeinsam erarbeitet und dienen jetzt als Planungsvorgabe für eine Planungsausschreibung, die noch im März 2020 im Planungsausschuss des Stadtrates beschlossen werden soll. Kurzfristige beziehungsweise bereits angestoßene Projekte zur Förderung des Radverkehrs sollen parallel weiterlaufen. Bei einem Stopp der verkehrspolitischen Radtour an der Burgunderstraße wurde den Mitfahrenden nochmal verdeutlicht, wie eine äußere Ringverbindung für den Fuß- und Radverkehr über das Gleisdreieck bis zur Donau ausgebildet werden kann und in der anderen Richtung bis Königswiesen beziehungsweise bis zum Prüfeninger Schloss.

Auf der Radtour ging es dann weiter über den neu entwickelten Radweg entlang der Autobahn, der parallel zur Bajuwarenstraße und Johann-Hösl-Straße verläuft. Hier wurde durch die neu gebaute Unterführung am Unterislinger Weg eine ampel- und autofreie Verbindung zwischen der Galgenbergstraße und der Landshuter Straße geschaffen. Beim nächsten Halt Am Vitusbach Ecke Nibelungenstraße wurde anschaulich, wie hier ein vom Autoverkehr unabhängiger Radweg, durch den heutigen Ackerstreifen zwischen den Schrebergärten und der vorhandenen Bebauung, als Teilabschnitt des sogenannten Burgunderrings, geführt werden kann.

Am Marktplatz in Kumpfmühl wurde durch Ingolf Radke vom Radentscheid-Team angeregt diskutiert, wie man den Autodurchgangsverkehr von der Kumpfmühler Straße auf die Bischoff-Wittmann-Straße verlagern könnte, um die Fahrradfreundlichkeit und Aufenthaltsqualität in der Kumpfmühler Straße zu erhöhen, sodass der ansässige Einzelhandel davon profitiert. Der Kumpfmühler Markt hat aus Sicht des Radentscheides die Chance, einen Dorfplatzcharakter zu erlangen. Bei der Weiterfahrt stadteinwärts wurde verdeutlicht, wie eng der Fuß- und Radweg entlang der inneren Kumpfmühler Straße ist. Ab der Höhe der Helenenstraße orientiert sich der Autoverkehr hauptsächlich nach links in die Wittelsbacher Straße. Das heißt, spätestens ab hier wäre es sinnvoll, eine Umweltspur für den Bus- und Radverkehr stadteinwärts einzuführen. Regine Wörle vom ADFC schlägt vor: „Der schmale vorhandene Radweg könnte dann dem Fußverkehr zur Verfügung gestellt werden.“

Am Bismarckplatz erläuterte Bogie, wie er sich eine Altstadtsüdumgehung für Radfahrer Richtung Petersweg beziehungsweise Hauptbahnhof vorstellt, damit eilige Radfahrer nicht mehr durch die Innenstadt fahren müssen. Die Route soll über den Ägidienplatz direkt zum Emmeramsplatz durch die Marschallstraße ermöglicht werden. Dazu müssten hier aber Einbahnstraßenregelung für den Radverkehr aufgehoben werden und eine Radfahrerfurt an der Ecke zum Emmeramsplatz entstehen. Vom Emmeramsplatz fuhr die Radfahrergruppe den Schleichweg über die Obere Bachgasse zur Obermünsterstraße. Bogie betonte die Absurdität dieser für den Autoverkehr zugelassenen Wegführung seit Neueröffnung des Peterswegparkhauses im April 2014 und besonders der aktuellen Öffnung der Fröhlichen-Türken Straße in beiden Fahrtrichtungen. Durchgangsverkehr ist in der Obermünsterstraße völliger Unsinn. Die Straße ist weitgehend zu schmal für Begegnungsverkehr und zerstört jede Aufenthaltsqualität von Kunden des Einzelhandels. Alle Verkehrsteilnehmer versuchen hier, so schnell wie möglich wieder weg zu kommen: Vorhandene öffentliche Parkplätze sind zu reduzieren, da das Petersweg-Parkhaus mit genügend Kapazität in nächster Nähe zur Verfügung steht.

Nach gut zwei Stunden endete die elfte verkehrspolitische Radtour mit viele anschaulichen Beispielen zur Weiterentwicklung für den Radverkehr.


0 Kommentare