21.02.2020, 12:25 Uhr

Baustelle Am Sonntag ist es endgültig aus und vorbei mit dem Wirsing-Bau

Am Sonntag wird der Wirsing-Bau am Ernst-Reuter-Platz gesprengt.  Foto: Kathrin LechlAm Sonntag wird der Wirsing-Bau am Ernst-Reuter-Platz gesprengt. Foto: Kathrin Lechl

Einen wirklich schönen Anblick bot der Ernst-Reuter-Platz in Regensburg in den vergangenen Jahren nicht mehr. Die Gebäude auf dem Kepler-Areal hatten viel an Ansehnlichkeit eingebüßt. Und aktuell – mitten in den Abbrucharbeiten – kann man dem Gelände so gar nichts Schönes mehr abgewinnen. Am Sonntag nun fällt der Wirsing-Bau – er wird gesprengt!

Regensburg. „Am 23. Februar um 11 Uhr ist es soweit: Das ehemalige Studentenwohnheim am Ernst-Reuter-Platz, der sogenannte Wirsing-Turm, wird kontrolliert gesprengt“, teilt die Stadt mit – ein prägendes Gebäude im Vorfeld des Regensburger Hauptbahnhofes wird damit dem Erdboden gleich gemacht. „Im Umgriff des Sprengbereichs ist an diesem Tag mit weiträumigen Sperrungen zu rechnen“, so die Stadt weiter.

Andere haben den Kampf um das Gebäude noch nicht ganz aufgegeben. Reinhard Kellner und Dr. Achim Hubel von den Sozialen Intiativen schicken eine „Grabrede aufs Wirsing-Haus“. Sie schildern, dass nun jeder ins „Skelett“ des Gebäudes sehen könne. Nun könne man sich eine Vorstellung davon machen, „was man hier hätte verwirklichen können: Vielleicht ein wunderbares ,Bürgerhaus‘ mit Gastronomie, Café, Bücherei und Touristeninformation? Räume für Zusammenkünfte aller möglichen Vereine, für Proben von Musikgruppen, mit Büros mit Service-Angeboten für uns Bürger? Oder größere Räume für Konzerte, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Laientheater oder Kunstausstellungen?“, so die Ideen der Sozialen Initiativen. „Zugunsten eines provisorischen Busbahnhofs wird jetzt ein Bauwerk des berühmten Architekten Werner Wirsing, von dem einige Gebäude in München und Nürnberg unter Denkmalschutz stehen, zu Grabe getragen. “ Rund um die Planungen für ein RKK sei immer wieder versucht worden, das Gebäude zu erhalten. „Es entstand gleichzeitig mit den ersten Gebäuden der Universität Regensburg und ist wie diese eine Stahlbetonkonstruktion der Zeit um 1970. Da die Campusgebäude im Bauunterhalt lange vernachlässigt wurden (wie das Kepler-Hochhaus leider auch), müssen sie jetzt grundlegend saniert werden. Aber hier kam noch niemand auf die Idee, ein Unigebäude in die Luft zu sprengen“, so Kellner und Hubel. Beide haben noch einen Funken Hoffnung: „Lasst das Kepler-Hochhaus erst einmal stehen! Nachdem alle Gebäude drum herum abgerissen sind, wäre noch genügend Platz für den provisorischen Busbahnhof. Man könnte einen Wettbewerb ausschreiben und sich vergleichbare Projekte ansehen, die zum Beispiel komplett begrünt sind und sich hier in Regensburg gut in die Bahnhofsallee einfügen würden“, schlagen sie vor.

Seitens der Stadt bereitet man sich auf den Sonntag vor – der wurde gewählt, „weil rund um den Turm weiträumig der Verkehr inklusive Busverkehr gesperrt werden muss. Dies würde an einem Werktag ein wesentlich größeres Chaos verursachen“, so die Pressestelle der Stadt auf Wochenblatt-Anfrage. „Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, das Gebiet am Sonntagvormittag weiträumig zu umfahren. Der Bahnverkehr ist nicht beeinträchtigt, allerdings sollten Bahnreisende sich auf Umwege einstellen, da der Zugang zum Bahnhof stark eingeschränkt ist.“

Alle Infos zur Sprengung gibt es im Internet unter www.wochenblatt.de.


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