15.02.2020, 17:13 Uhr

FU-Ortsverbände diskutieren Mobilitätskonzept für den Raum Regensburg gefordert

 Foto: Martina Kunz Foto: Martina Kunz

Viele Pendler kennen sie, die Situation im Berufsverkehr rund um Regensburg. Das alltägliche Pendeln ist im Großraum oft mit langen Staus und Behinderungen verbunden. Aus diesem Grund nahmen sich die FU-Ortsverbände Lappersdorf, Wenzenbach, Regenstauf und Zeitlarn dieses Themas an.

Lappersdorf. Dr. Astrid Rohles, Ortsvorsitzende FU Lappersdorf, konnte neben Sylvia Stierstorfer, Rainer Mißlbeck und Helmut Altmann, den verkehrspolitischen Sprecher der IHK Regensburg, Manuel Lorenz, begrüßen. Mit Lorenz konnte ein Referent gewonnen werden, der mit viel Enthusiasmus und Engagement Lösungen für die Probleme im Bereich Mobilität im Großraum Regensburg aufzeigt. Rohles verwies auf die Komplexität des Themas, welches etwa Aspekte der Wirtschaft, Umwelt, Sicherheit, Inklusion und Innovation berühre.

Viele Probleme sind teils schon seit mehreren Jahrzenten bekannt. Es muss dringend gehandelt werden, zum einen für die Bürger des Landkreises, aber auch für den Wirtschaftsstandort Regensburg: Denn Mobilität schafft Lebensqualität und ist ein wichtiger Standortfaktor.

In einer Umfrage der IHK aus dem Jahr 2019 wird deutlich, wie unzufrieden die Unternehmen mit der derzeitigen Situation sind und welche großen Nachteile sie dadurch befürchten. Dies kann, so Lorenz, durchaus auch dazu führen, dass sich internationale Unternehmen langfristig gegen den Standort Regensburg entscheiden.

Mit dem Ausbau der A3 hat man schon ein gutes Stück geschafft. Entscheidend verbessert werde die Situation aber nur, wenn auch andere Problempunkte im Großraum Regensburg angegangen werden. Eines der drängendsten Probleme ist der Ausbau beziehungsweise die Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels. Eine weitere Überquerung der Donau wäre zudem notwendig. Der Ausbau des Lappersdorfer Kreisels muss angegangen werden.

Lorenz plädierte dafür, die Menschen für das Thema Infrastruktur viel mehr zu sensibilisieren. „Man muss auch dann die Zustimmung zu Projekten zum Wohle der Allgemeinheit erlangen, wenn auf den ersten Blick persönliche Nachteile entstehen“, so Lorenz. „Planungsphasen von zehn bis 15 Jahren sind viel zu lang, der Bedarf hat sich oftmals dann schon verändert. Vor allem die Abstimmung zwischen Landkreis und Stadt Regensburg ließ in den vergangenen Jahren sehr zu wünschen übrigen. Hier muss zwingend ein neuer Weg beschritten werden“, erörterte Lorenz.

Stierstorfer führte an, dass von täglich 80 000 Pendlern, die nach Regensburg kommen circa 40.000 aus dem Landkreis Regensburg sind. Davon nutzten derzeit lediglich zehn Prozent den ÖPNV. „Neben all den Möglichkeiten zur Verbesserung des Individualverkehrs müssen dringend Anreize für eine bessere Auslastung des ÖPNV geschaffen werden. Dazu braucht es eine bessere Taktung der Busse und Züge, aber ebenso einen modernisierten ZOB in der Stadt“, so Stierstorfer. Sie plädierte auch für günstigere und einfachere Tarife sowie für größere ÖPNV-Verbünde, die mit einem einzigen Ticket genutzt werden könnten.

Auch für den Landkreis forderte CSU-Landratskandidat Rainer Mißlbeck die Stärkung des ÖPNV sowie die Schaffung von „Zusteige-Zentren“ als intermodale Drehscheiben, wo reibungslos zwischen Verkehrsträgern – Bus, Bahn, Fahrrad, Auto – umgestiegen werden kann. Neben großflächigen Parkplätzen sollen dort Servicestellen mit Warteraum und Einkaufsmöglichkeiten entstehen.

Lappersdorf hat sich mit täglich 45.000 Pkw zu einem Verkehrsknotenpunkt im Norden der Stadt entwickelt. Deshalb habe der Ausbau des Lapperdorfer Kreisels für den Markt hohe Priorität. Altmann, Bürgermeisterkandidat CSU/ Lappersdorf, forderte, dass man den ÖPNV mehr auf der Fläche anbieten muss. Gerade kleinere Dörfer seien oftmals völlig vom Liniennetz des ÖPNV abgeschnitten. Hier müssen die Gemeinden selbst nach Alternativen und Lösungen suchen, wie sie die Bürger zu den Haltestellen des RVV bringen können. „Die Möglichkeit eines Bürgerbusses, wie es ihn schon in vielen Gemeinden gibt, ist hier nur eine Option“, so Altmann.

Aus dem Publikum war die Bereitschaft auf den ÖPNV umzusteigen erkennbar. Viele wünschen sich aber ein attraktiveres Streckennetz mit bessere Taktung.

„Der Freistaat Bayern“, so Stierstofer „hat seinen Zuschuss für den ÖPNV im Raum Regensburg im vergangenen Jahr auf 1,9 Millionen erhöht. Hierdurch kann in vielen Regionen eine ÖPNV-Anbindung im 20-Minuten-Takt sichergestellt werden. Damit ist ein Schritt in die richtige Richtung getan. Dennoch bleibt auf diesem Gebiet noch viel zu tun!“


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