13.02.2020, 13:45 Uhr

Stadtpolitik Notwohnanlage in der Aussiger Straße wird neu gebaut

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Der Regensburger Stadtrat nimmt unter Führung der SPD den Neubau der Notwohnanlage in der Aussiger Straße in Angriff.

Regensburg. Die Stadt stellt sicher, dass der Schutz für obdachlose Menschen gewährleistet wird. Sie unterhält in Regensburg deshalb zwei Obdachlosenunterkünfte in der Landshuter Straße (78 Plätze) und der Taunusstraße (36 Plätze), zusätzlich eine Unterkunft für gesundheitlich eingeschränkte Personen am Kreuzhof (zwölf Plätze) und die Notwohnanlage in der Aussiger Straße mit 74 Wohnungen unterschiedlicher Größe in vier Wohnblocks. Dort leben derzeit 143 Personen, davon 57 Prozent Kinder, großteils mit Migrationshintergrund.

Der Bau aus den 50er-Jahren entspricht einfachsten Standards, zum Beispiel mit Gemeinschaftsduschen im Keller, ohne Warmwasseranschlüsse oder Heizungen in den einzelnen Wohnungen, was immer wieder zu Schimmelbefall führt. Außerdem ist die Sicherheitssituation in der Notwohnanlage nicht zufriedenstellend, zum Beispiel übernachten Personen ohne Zuweisungsbescheid in den Notwohnungen oder den unverschlossenen Treppenhäusern, und es kommt vor allem nachts immer wieder zu Ruhestörungen und Sicherheitsrisiken. Zur Verbesserung dieser Situation wird die Gesamtkonzeption der Anlage neu gedacht und außerdem ein begleitendes Sozialprogramm vor Ort sichergestellt.

Da eine Sanierung der Gebäude wirtschaftlich unrentabel ist, wird der Stadtrat in der nächsten Woche einen Neubau beschließen. Eine bereits in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hat in Zusammenarbeit unter anderem mit der Stadtbau GmbH, dem Sozialamt und dem Hochbauamt ein schlüssiges neues Konzept für die Notwohnanlage Aussiger Straße mit insgesamt 4.200 Quadratmetern Wohnfläche entwickelt. Geplant sind modulare Wohneinheiten für ein bis zwei Personen mit einfacher Sanitäreinheit und Kochzelle, die bei Bedarf für Familien und Kleingruppen flexibel zusammengeschlossen werden können.

Die verschiedenen Baukörper sollen drei- bis viergeschossig sein, um sich gut an die benachbarte Wohnbebauung anzuschließen. Vorgesehen sind einsehbare Freiräumen und Laubengänge zwischen den einzelnen Gebäuden, sowie Aufzüge, um die Barrierefreiheit zu garantieren. Stellplätze, Verwaltungs- und Gruppenräume sind im Osten des Wohnkomplexes angesiedelt. Durch Freianlagen im Süden wird ein Ruhepuffer zur Nachbarschaft gewährleistet. Außerdem bieten zusätzliche Funktionsflächen ein verbessertes Unterstützungsangebot vor Ort.

Die Stadtbau GmbH wird mit der Projektleitung und Durchführung des Bauvorhabens betraut, das mit circa 23 Millionen Euro veranschlagt wird. Mit einem Abbruch der ersten freiwerdenden Wohnblöcke wird bereits 2021 gerechnet, mit dem Baubeginn 2022 und mit der Fertigstellung der ersten Wohneinheiten noch 2023.

Durch den Neubau der Notwohnanlage Aussiger Straße stellt sich die Stadt Regensburg der Herausforderung, einerseits den Überbrückungscharakter einer Obdachlosenunterkunft zu wahren, andererseits dennoch menschenwürdige Rahmenbedingungen für eine Unterbringung wohnungsloser Menschen bereitzustellen und zusätzlich für verbesserte Infrastruktur, Sicherheit und Beratungsmöglichkeiten vor Ort zu sorgen.


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