12.02.2020, 13:42 Uhr

Regionale Unternehmen positiv gestimmt IHK-Konjunkturumfrage 2020 – die Lage stabilisiert sich wieder


Die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim sieht „Licht am Ende des Tunnels“. Die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage unter regionalen Unternehmen ergab, dass das neue Jahr mit einer Verbesserung startet. Die einzelnen Ergebnisse der Umfrage stellten IHK-Präsident Michael Matt und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes bei einem Pressegespräch am Mittwoch, 5. Februar, vor.

Regensburg. Dreimal im Jahr befragt die IHK ihre Mitglieder über die regionale Wirtschaft. Die Unterschiede in den einzelnen Branchen sind dabei, was zum Beispiel Aufträge betrifft, sehr groß. Die schlechten Prognosen seien allerdings nicht eingetreten, die Lage scheint sich zu stabilisieren, so Helmes. Während Automobilhersteller für herkömmliche Antriebe Umsatzeinbußen verzeichnen, sind Einzel- und Großhandel saisonal bedingt positiv gestimmt, vor allem das Weihnachtsgeschäft sei sehr gut gelaufen. Auch in der Exportwirtschaft sind die Umsätze Ende 2019 angestiegen. Der Brexit sowie der Coronavirus betreffen Betriebe in der Region allerdings auch. Sollten in China, dem wichtigsten Handelspartner, Betriebe weiter geschlossen werden, könnte das zu Engpässen führen. Helmes erklärte, dass Ostbayern davon stärker betroffen sei als andere Regionen, da hier die Wirtschaft sehr exportlastig ist.

Im Anschluss stellte Helmes die einzelnen Branchenergebnisse vor. In der Bauwirtschaft seien laut Umfrage 85 Prozent der Betriebe mit der aktuellen Lage zufrieden. Auch das Dienstleistungsgewerbe zeigt durch strukturelle Umbrüche und Digitalisierung eine positive Entwicklung. Im Handel ist es vor allem der „Weihnachtseffekt“, der die Unternehmen positiv stimmte. Die Industrie sei dagegen ein „Pflänzchen, das wir pflegen müssen“. Sie sei von der Außenpolitik und von der Automobilbranche abhängig, so Helmes. „Der seit einem Jahr beobachtbare Abwärtstrend ist durchbrochen.“ Im Bereich des Tourismus ist vor allem die Gastronomie zufrieden, auch Reisebüros, denn „nach wie vor wird nicht alles online gebucht“, betonte Helmes. Dass es keinen Schnee gibt, bekamen dagegen die Hotels zu spüren.

Nach den Einzelergebnissen beleuchtete IHK-Präsident Michael Matt die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Es zeigte sich, dass der regionale Arbeitsmarkt aufgrund von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und mehr Teilzeitbeschäftigten weniger abhängig von der Konjunktur ist. Die Zeit des Jubels sei zwar vorbei, eine Rezession sei aber nicht zu erwarten, so Matt. Er sprach auch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz an, das ab 1. März gilt, aber auch im Ausland bekannt gemachte werden müsse. Außerdem müssten Standortbedingungen verbessert werden und „Bürokratiemonster“ wie die Kassenbonpflicht gelöst werden. Heimische Unternehmen seien dazu bereit, in die Klimapolitik zu investieren. Auch das Thema Infrastruktur kam zur Sprache. Hier gebe es großen Nachholbedarf. Die IHK setzt sich beispielsweise für eine schnelle Umsetzung der Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof, eine dritte Bahnschiene bei Obertraubling und den Ausbau des Pfaffensteiner Tunnels ein. Matt fasste zusammen, dass sich die Lage stabilisieren wird und es keine ausschließliche Frage des konjunkturellen Wachstums sei, wie gut es den Unternehmen in der Region geht.


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