12.02.2020, 11:41 Uhr

Wolbergs‘ Ehefrau sagte aus Bei Anja Wolbergs sitzt der Stachel der Ermittlungen tief

Anja Wolbergs beim ersten Prozess am 01.02.2019.  Foto: ceAnja Wolbergs beim ersten Prozess am 01.02.2019. Foto: ce

Vor fast exakt einem Jahr – im ersten Prozess gegen ihren Mann – musste Anja Wolbergs das erste Mal aussagen. Am Freitag, 7. Februar, nun stand sie im zweiten Prozess erneut Rede und Antwort. Anja Wolbergs stärkte ihrem Mann den Rücken. Dabei konnte – und wollte – sie nicht verbergen, welchen Schaden die Ermittlungen im Leben der Familie angerichtet haben.

Regensburg. Am Freitag ging es zunächst ums Geld, genauer gesagt um das Darlehen, das die Eheleute Wolbergs dem SPD-Ortsverein Stadtsüden zur Finanzierung der noch ausstehenden Wahlkampfkosten gegeben hatte. Von Anfang an sei klar gewesen, dass der Ortsverein zwar das Geld zurückzahlen sollte, dass aber die Summe, die dann vor dem Wahlkampf für die Wahlen im Jahr 2020 noch nicht getilgt ist, als Spende beim Ortsverein belassen würde. So sei es letztlich auch geschehen, Ende 2019 habe man die noch ausstehende Summe in eine Spende umgewandelt. Mehrfach bestätigte Anja Wolbergs, dass dies so immer der Plan gewesen sei, dies sei auch im Darlehensvertrag festgehalten worden.

Erneut ging es auch um die Frage, welche Funktion Anja Wolbergs im Ortsverein und letztlich auch im Wahlkampf inne hatte. Sie bestätigte, dass sie die Kassiererin des Ortsvereins war und als solche die Kasse geführt und auch Spendenquittungen ausgestellt habe. Sie selbst hatte einen Online-Zugang zum Konto, sodass sie immer auch über den Eingang von Spenden informiert war. „Mein Mann eher nicht, der nutzte den Online-Zugang nicht“, so Anja Wolbergs. In Finanzdingen habe sie sich nicht nur beim Ortsverein, sondern auch innerhalb der Familie gekümmert. „Ich als Banker habe das alles gemacht“, so Anja Wolbergs. Das sei aber auch völlig normal, jeder mache in einer Ehe das, was er gut könne, „wenn ich Klempner wäre, würde ich das Klo richten“, so Anja Wolbergs pragmatisch.

Wolbergs-Anwalt Peter Witting sprach die Ehefrau seines Mandanten auch nochmals auf die Zeit der Verhaftung, die U-Haft und die Entlassung aus selbiger an. Hier zeigte sich, dass gerade diese Vorgänge die Familie bis heute schwer belasten. Anja Wolbergs schilderte diese Zeit als „sehr emotional“. „Das Telefon stand nicht still, die Medien waren hinter uns her.“ In der U-Haft habe sie ihren Mann zunächst alleine, dann auch zusammen mit den beiden gemeinsamen Kindern besucht. Nach der Entlassung habe sich Joachim Wolbergs nicht mehr aus dem Haus getraut, man habe täglich Kontakt gehabt. „Er war zu der Zeit absolut gebrochen“, so Anja Wolbergs. Im weiteren Verlauf habe er sich Hilfe gesucht, viele Freunde seien da gewesen und sind bis heute da, die ihm und auch der Familie eine Stütze sind. Die Entscheidung, erneut bei den Wahlen 2020 als OB-Kandidat anzutreten, habe ihm dann wieder Auftrieb gegeben. Die Lebensenergie sei wieder zurückgekommen.

Die Vorwürfe gegen ihren Mann seien „absolut haltlos“, so Anja Wolbergs!


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