11.02.2020, 14:14 Uhr

Verkehrspolitik Wird die Stadt Regensburg am Ende „zu Tode beruhigt“?

Wie weit wird die Stadt bei ihren Maßnahmen zur Beruhigung noch gehen?  Foto: klWie weit wird die Stadt bei ihren Maßnahmen zur Beruhigung noch gehen? Foto: kl

„Wer Sperrungen fordert, riskiert Insolvenzen“, so lautete der Titel einer Pressemitteilung, die der Zusammenschluss der Regensburger Kaufleute Mitte März 2019 verschickt hatte – damals noch in der Hoffnung, man könne das Gröbste verhindern. Nun ist klar: Seit Freitag, 7. Februar, werden die Domstraße, der Domplatz und der Krauterermarkt zur Wohnverkehrsstraße.

REGENSBURG. In der Straße „Unter den Schwibbögen“ wird die Fahrtrichtung geändert. Die Stadt Regensburg spricht in ihrer Mitteilung von „Sofortmaßnahmen, die zur Verkehrsberuhigung der Altstadt beitragen sollen“. Die Kaufleute befürchten die „Ausblutung der Altstadt“.

Der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen hatte am 3. Dezember 2019 die Sofortmaßnahmen beschlossen, nun werden sie nach Aussagen der Stadt zügig umgesetzt. Sehr zum Schrecken der Kaufleute in der Innenstadt. „Wir brauchen dringend Hilfe“, lautet nun der Appell der Kaufleute an Politik, Verwaltung, die Kollegen und die Bevölkerung in der Innenstadt.

„Laut städtischer Hauswurfsendung sei das Verkehrsgeschehen in der Regensburger Innenstadt von starkem Parksuchverkehr, Lärm, Abgasen sowie Konflikten zwischen Nutzern des Umweltverbunds und des motorisierten Individualverkehrs geprägt“, schreiben die Kaufleute. „Diese propagandistischen Pauschalierungen ohne jeglichen Bezug zu zeitlich unterschiedlichem Verkehrsaufkommen und zu den wahren Ursachen auftretender Problematiken diskriminiere und gängele die Altstadt. Diese Änderung der Verkehrsführung, die Streichung von Parkplätzen und die Erschwerung von Zufahrten löst das vermeintliche Problem nicht“, so Armin Gebhard, Altstadtkaufmann und erster Vorsitzender der Regensburger Kaufleute.

Die Altstadtkaufleute äußern ihre Angst vor dem „Ausbluten des Lebenskerns, vor Umsatzverlusten, Insolvenzen und weiteren Restriktionen“. Man sei aber bereit, wie in der Vergangenheit auch schon, sich mit eigenen Vorschlägen einzubringen. So wird zum Beispiel die zeitweise Verkehrsberuhigung am Samstag nach Geschäftsschluss und am Sonntag als Idee eingebracht. Park- & Ride-Möglichkeiten oder zunkunftsweisende Technologien wie Selbstfahrerbusse könnten zudem die doch notwendigen Verkehrsflüsse bessern steuern „und die Innenstadt damit am Leben zu erhalten“, so die Regensburger Kaufleute.

„Wir wurden nicht gefragt, wären aber jederzeit gesprächsbereit“, so Gebhard. Er hofft „jetzt auf einen schnellstmöglichen Dialog, in den durchaus auch die Interessenvertreter und Experten der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer eingebunden werden sollten“.


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