06.02.2020, 14:22 Uhr

Verdichtete Bebauung Gegen die Stimmen der SPD – in der Ringstraße in Tegernheim sind jetzt mehr als sechs Wohnungen pro Haus möglich

 Foto: Herbert Wesselsky Foto: Herbert Wesselsky

In der Januarsitzung des Tegernheimer Gemeinderates stand erneut der Bebauungsplan „Östliche Ringstraße“ zur Beschlussfassung an. Nach langer und kontroverser Aussprache wurde die von der Verwaltung vorgelegte Planung gegen die Stimmen der SPD-Räte mit 13:5 beschlossen.

TEGERNHEIM. Nachdem der Gemeinderat im Juni die von einem Bauträger vorgelegte Planung zur Bebauung eines knapp 2.000 Quadratmeter großen Grundstücks an der östlichen Ringstraße als zu massiv abgelehnt hatte, beschloss das Gremium die Aufstellung eines Bebauungsplanes gemäß den Festsetzungen des im Ortskern geltenden einfachen Bebauungsplanes. Dieser gestattet nur die Errichtung von Gebäuden mit zwei Vollgeschossen und maximal vier Wohneinheiten und schreibt einen Grünflächenanteil von mindestens 40Prozent vor.

Im Oktober vorigen Jahres beschlossen die Räte die Bebauung des sogenannten „Christl-Grundstücks“ mit zwei Gebäuden mit vier Wohnungen und einem größeren mit drei Vollgeschossen und sechs Wohneinheiten zuzulassen. Man kam dem Bauträger bei dem nördlichen Gebäude entgegen, da sich nur so eine Tiefgarage und ein Aufzug lohne, der die Wohnungen dann auch behindertengerecht machen würde.

Der nun vom Planungsbüro MKS vorgelegte Plan sah auf Wunsch der Verwaltung und unter der Berücksichtigung der umgebenden Bebauung eine Erhöhung der Trauf- und Firsthöhe um 50 Zentimeter und im Bereich des nördlichen größeren Gebäudes den Wegfall der Begrenzung auf sechs Wohneinheiten vor, wenn der Bauträger die laut Stellplatzsatzung benötigte Zahl an Tiefgaragenplätzen bereitstellt.

Dritter Bürgermeister Herbert Wesselsky erklärte, dass die SPD-Räte zwar die leichte Erhöhung der Gebäude mitgetragen würde, nicht aber den Wegfall der Beschränkung auf sechs Wohnungen. Mit dieser Freigabe würden letztlich wieder die vom Bauträger gewünschte stärkere Verdichtung und die damit einhergehenden Verkehrsprobleme in der stark befahrenen Ringstraße entstehen.

Vom Bürgermeister wurde eingewandt, dass jedes Gebäude mit mehr als vier Wohnungen vom Gemeinderat genehmigt werden muss und daher eine gewisse Kontrolle gegeben sei. Zweiter ürgermeister Jürgen Beier (CSU) sah in der vorliegenden Planung daher kein Problem. Christian Mühlbauer (FWG) begrüßte die mögliche stärkere Verdichtung im Ortsinneren, da dadurch ein Ausufern der Siedlungsfläche verhindert werde. SPD-Rätin Sandra Scheck verwies auf die Gefahr, dass die Freigabe der Wohnungsobergrenze von Bauträgern sicher auch für andere innerörtliche Bereiche gefordert werde.



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