07.01.2020, 16:12 Uhr

Dreikönigsempfang der CSU in Pentling Altlandrat Herbert Mirbeth sieht „graue Wohnungsnot“ auf die Gesellschaft zukommen

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Eine „graue Wohnungsnot“ sieht Altlandrat Herbert Mirbeth auf die Gesellschaft der 20er-Jahre zukommen, wenn die Babyboomer in den kommenden Jahren ins Rentenalter kommen und nach veränderten und seniorengerechten Wohnungen nachfragen. Darauf wies Mirbeth im Verlauf eines Referats beim Dreikönigsempfang der CSU im Haus Benedikt in Pentling hin.

PENTLING So erhöht sich die Zahl der über 65-jährigen Pentlinger und Pentlingerinnen in den kommenden 20 Jahren um 47 Prozent, der über 75-jjährigen über 64 Prozent. Rund 1.800 Frauen und Männer in Pentling werden dann über 65 sein (heute 1.300), erläuterte Mirbeth, der in Hemau vor einigen Jahren eine kleine Wohngemeinschaft für Senioren errichtet hat. Der „explosive Gehalt“ dieser Entwicklung liegt nach Meinung des früheren Landkreischefs vor allem auch darin, dass die Rentner nicht nur mehr werden, sondern auch einen neuen Rentnertyp darstellen, der gesund, sportlich fit, interessiert und reisefreudig ist und der nun in diesem neuen Lebensabschnitt die Lebensverhältnisse der Zeit des aktiven Berufslebens vorfindet. Nun sind die Kinder „flügge“, aber die große Wohnung und das eventuell auch zu große Haus mit dem Garten, dem Winterdienst und all den sonstigen Verpflichtungen wird mit all der Verantwortung zur Last. Dieser neue Rentnertyp wird vermehrt eine selbstbestimmte, aber reduzierte Wohnungssituation suchen, aber sich nicht als „betreuter Mensch“ fühlen wollen. Ein Wohnen auch nur mit dem Anschein eines „Heimcharakters“ wird er ablehnen, sondern eben etwas suchen, wo er angenehm und selbstbestimmt wohnen kann, aber arbeits- und verantwortungsmäßig nicht mehr so gefordert ist. Mirbeth warf auch die Frage auf, wann der richtige Zeitpunkt für so eine Entscheidung für ein verändertes Wohnen im Alter ist, damit nicht ein Sturz, eine Erkrankung, die Stufen und Treppen der bisherigen Wohnung oder der Tod eines Partners/einer Partnerin diese Entscheidung kurzfristig notwendig macht. An die anwesenden Politiker gewandt sprach Landrat a.D. Mirbeth dann noch die Möglichkeiten der Gemeinde an, durch gegebene Steuerungsinstrumente, wie die Bereitstellung eines kommunalen Grundstücks oder durch Vorschriften des Bebauungsplanes auf die Schaffung geeigneter Seniorenwohnungen Einfluss zu nehmen. Auch auf die Inanspruchnahme staatlicher Mittel im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus wies er hin, empfahl aber, eine Wohngemeinschaft für Senioren im Rahmen eines Wohnungsmix zu bauen, also auch freifinanzierte Teile einzuplanen, um ein Ghetto zu vermeiden und durch unterschiedliche Wohnungsgrößen und Zuschnitte ein gemischtes Wohnungspublikum zu erreichen.


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