30.12.2019, 11:18 Uhr

Seenotrettung „Sea-Eye“-Rettungsschiff „Alan Kurdi“ legt in Pozzallo an und bringt 32 Menschen in Sicherheit

(Foto: Jana Stallein)(Foto: Jana Stallein)

Am Sonntagmorgen, 29. Dezember, legte das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ im Hafen von Pozzallo an. Die 32 Überlebenden sendeten am zweiten Weihnachtsabend einen Notruf an die Hilfsorganisation „AlarmPhone“. Sofort wurden die libyschen Behörden und

REGENSBURG Bereits am Samstagabend wurde die Einsatzleitung des Rettungsschiffes „Alan Kurdi“ über die Zuweisung eines sicheren Hafens informiert. Das Schiff war erst wenige Stunden in der italienischen Such- und Rettungszone. Für zehn Gerettete wurde am Samstag bei der maltesischen Rettungsleitstelle um Evakuierung gebeten. Zwei Frauen und mehrere Kinder nahmen aufgrund der Seekrankheit und des Stresses keine Nahrung und kein Wasser zu sich und waren dehydriert. Die maltesische Leitstelle lehnte eine Evakuierung ab.

„Wir sind wirklich erleichtert, dass die Geretteten nicht länger an Bord unseres Schiffes ausharren mussten. Der medizinische Zustand einiger Menschen und der aufziehende Sturm bereitetet uns zunehmend Sorgen“, sagte Vorstand Gorden Isler.

Die Menschenrechtsbeobachterin an Bord der „Alan Kurdi“ interviewte einige Überlebende. Ein Mann berichtete, dass er zum Militärdienst für den libyschen Bürgerkrieg herangezogen werden sollte und floh deshalb, weil er keine Menschen töten wolle. Seine Partnerin und er gaben weiter an, die Flucht über das Mittelmeer als letzten Ausweg gesehen zu haben. „Sea-Eye“ wertet die Interviews zur Zeit noch aus.

Am Samstag äußerte sich der italienische Staatspräsident Guiseppe Conte, der Salvinis Sicherheitspolitik überarbeiten wolle. Unter dem ehemaligen Innenminister Matteo Salvini wurden drakonische Strafen gegen Rettungskräfte und Rettungsschiffe eingeführt.

Julian Pahlke, Sprecher von „Sea-Eye“ zu den politischen Entwicklungen Italiens: „Salvinis Politik der geschlossenen Häfen muss sofort beendet werden. Die sogenannten Sicherheitspakete haben nicht nur das fremdenfeindliche Klima angeheizt, sie widersprechen auch dem Völkerrecht und fundamentalen Menschenrechten. Der Ankündigung des Staatspräsidenten müssen nun Taten folgen. Wir müssen zu einer humanitären Sicht auf diese Krise an unseren gemeinsamen Außengrenzen zurückfinden. Im gleichen Zuge müssen aber alle EU-Mitgliedsstaaten zusammen, die Mittelmeeranrainerstaaten unterstützen und sich auf eine gemeinsame Verteilung aller Geretteten einigen.“


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