21.12.2019, 12:11 Uhr

„Sea-Eye“ Weihnachten auf dem Mittelmeer – das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ startet von Palermo aus

Die „Alan Kurdi“. (Foto: Fabian Heinz)Die „Alan Kurdi“. (Foto: Fabian Heinz)

Am Freitagabend verließ das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ den Hafen von Palermo. Bürgermeister Leoluca Orlando erschien persönlich, um der Crew eine erfolgreiche Mission und sichere Heimkehr zu wünschen. Zuvor hatte er die Crew im Rathaus von Palermo empfangen und die Flagge von Palermo an den Kapitän Uwe Doll überreicht.

REGENSBURG Rückenwind erhalten die Regensburger Seenotretter aus dem Erzbistum Paderborn. Im Oktober wurden die Spenden bei „Sea-Eye“ knapp. Eine Mission musste deshalb ausfallen. Generalvikar Alfons Hardt nahm Kontakt mit „Sea-Eye“ auf und sicherte sofortige Unterstützung des Erzbistums zu, um die Einsatzfähigkeit der „Alan Kurdi“ zur Jahreswende sicherzustellen.

„Die Unterstützung aus Paderborn kam keinen Tag zu früh. Die Flucht über das Meer ist zu dieser Jahreszeit besonders gefährlich. Wir sind Erzbischof Hans-Josef Becker unendlich dankbar, der so wiederholt deutlich macht, dass es unser aller Menschenpflicht ist, das Leben Schutzsuchender zu retten“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von „Sea-Eye“.

Dem Hilferuf im Oktober folgten auch die Abgeordneten der Stadt Konstanz. So erhielt „Sea-Eye“ eine schnelle Nothilfe über 5.000 Euro. Konstanz ist neben Hamburg die zweite, deutsche Stadt, die „Sea-Eye“ finanziell unterstützt und dem Bekenntnis zum sicheren Hafen weitere, konkrete Maßnahmen folgen lässt. .

Palermo soll der neue Seenotrettungsstützpunkt für die „Alan Kurdi“ werden. So soll das Schiff ab sofort von Palermo aus in Rettungseinsätze starten. „Nach der Bruchlandung des italienischen Innenministers Matteo Salvini, sind die italienischen Häfen wieder offen“, sagt Julian Pahlke, Sprecher von „Sea-Eye“. Zuvor musste die „Alan Kurdi“ von Spanien aus starten. Die kürzere Anfahrt ins Einsatzgebiet ermöglich höhere Anwesenheitszeiten der „Alan Kurdi“, in der Libyschen Such- und Rettungszone und geringere Einsatzkosten. „Wir sind gern in Palermo. Der Bürgermeister und die Menschen dort haben uns mit offenen Armen empfangen. Daher wollen wir hier unseren neuen Stützpunkt errichten“, sagt Pahlke weiter.


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