24.11.2019, 22:40 Uhr

Ethisch wirtschaften, nachhaltig leben Wirtschaftsmodell mit Werten – Regionalgruppe Regensburg des Gemeinwohl-Ökonomie Bayern gegründet

Bernhard Sirl und Laila Zink. (Foto: GeorgyART)Bernhard Sirl und Laila Zink. (Foto: GeorgyART)

Am 21. November fanden sich knapp 90 Regensburgerinnen und Regensburger ein, die sich künftig in der Gemeinwohl-Ökonomie in und um Regensburg engagieren möchten. 20 anwesende Privatpersonen, Unternehmen und Vereine wurden noch am selben Abend Gründungsmitglieder der GWÖ-Regionalgruppe.

REGENSBURG Ab 15 Uhr konnten sich die Besucher der Veranstaltung an diversen Informationsständen über die Visionen, Ziele und Angebote der Gemeinwohl-Ökonomie informieren. Um 17 Uhr eröffneten die Regionalgruppenkoordinatoren Laila Zink und Bernhard Sirl den offiziellen Teil, der mit einem herzlichen Grußwort der Landrätin des Landkreises Regensburg, Tanja Schweiger, abgerundet wurde. Danach gab Harro Colshorn, Vorstandsvorsitzender des Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e. V., detaillierte Einblicke in die GWÖ. Thorsten Grantner, Geschäftsführer und Umweltgutachter informierte über Nachhaltigkeitsmanagement-Systeme und wie Unternehmen Gemeinwohl-Transparenz zeigen können. Zwischen den Vorträgen verwöhnte Marek Zink die Besucher mit einigen selbstgeschriebenen Liedern. Für das leibliche Wohl sorgten zahlreiche Spender.

Bereits am 5. Dezember findet das nächste öffentliche Treffen der Regionalgruppe um 18.30 Uhr im Degginger in Regensburg statt. Für Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich für die GWÖ-Bilanzierung interessieren, findet an gleicher Stelle und Uhrzeit am 15. Januar 2020 der erste GWÖ-Unternehmerzirkel statt. Jeder und jede Interessierte ist herzlich eingeladen.

Mit Gründung der GWÖ-Regensburg hält die Gemeinwohl-Ökonomie auch in Regensburg Einzug. Sie markiert den Startschuss für eine Vielzahl an Aktivitäten, die das Gemeinwohl in und um Regensburg noch tiefer in der Gesellschaft, der Bildung, der Wirtschaft und der Politik etablieren soll. Insbesondere für Unternehmerinnen und Unternehmer, die nachhaltiger und auf Basis ethischer Werte wirtschaften möchten, bietet die Regionalgruppe konkrete Maßnahmen und Unterstützung bei der GWÖ-Bilanzierung, beispielsweise im Peergroup-Verfahren an.

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) beschreibt eine alternative Wirtschaftsordnung zu Kapitalismus und Kommunismus. Sie versteht sich als liberale und ethische Marktwirtschaft, die nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz beruht, sondern auf Gemeinwohl-Streben und Kooperation. Erfolg wird nicht primär an finanziellen Kennzahlen gemessen, sondern mit der Gemeinwohl-Prüfung für Investitionen, mit der Gemeinwohl-Bilanz für Unternehmen und mit dem Gemeinwohl-Produkt für eine Volkswirtschaft. Ziel ist es, die Gesetze der Marktwirtschaft mit den Grundwerten demokratischer Gesellschaften in Übereinstimmung zu bringen. Diese Vision setzt die GWÖ-Bewegung auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Ebene um. Grundsätzlich ist das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie ein offenes Konzept: Jede Privatperson, jedes Unternehmen, jede Organisation und jede Gemeinde kann sich engagieren und an der Weiterentwicklung beteiligen. Privatpersonen können sich in Regionalgruppen und Kreisen einbringen oder diese gründen. Unternehmen und Gemeinden können Gemeinwohl-Bilanzen erstellen und so Pionierinnen und Pioniere der Bewegung werden.

Die GWÖ wurde 2010 nach zweijähriger Vorlaufzeit in Österreich auf Basis des gleichnamigen Buches des österreichischen Publizisten Christian Felber gegründet. Auf dem bisherigen Weg konnte die Bewegung bereits zahlreiche Meilensteine und Erfolge erzielen und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Aktuell umfasst die Bewegung weltweit 11.000 Unterstützerinnen und Unterstützer, mehr als etwa 4.000 Aktive in über 150 Regionalgruppen, 31 GWÖ-Vereine, 500 bilanzierte Unternehmen und andere Organisationen, knapp 60 Gemeinden und Städte sowie 200 Hochschulen weltweit, die die Vision der Gemeinwohl-Ökonomie verbreiten, umsetzen und weiterentwickeln – Tendenz steigend!


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