14.11.2019, 09:58 Uhr

„Regensburg, wir kommen“ Geschlossen in den Wahlkampf – Regensburgs Freie Wähler bieten einige Überraschungen auf der Stadtratsliste

Foto: uh (Foto: Ursula Hildebrand)Foto: uh (Foto: Ursula Hildebrand)

Wer kandidiert wo? Das ist in diesen Wochen die spannende Frage – auch in Regensburg. Die Freien Wähler haben am Dienstagabend, 12. November, einige Überraschungen bieten können.

REGENSBURG Drei bekannte Namen auf der Liste hatte so wohl niemand erwartet: Daniela Kronschnabel, 2014 noch CSU-Unterstützerin, kandidiert 2020 auf Listenplatz 7 für die Freien Wähler. Auf Platz 8 liegt einer, in den die CSU Hoffnungen gesetzt hatte, der aber dann bei der Listenaufstellung doch nicht zum Zuge kam: Nicolas Schmidl gab am Dienstagabend seinen Aufnahmeantrag bei den Freien Wählern ab und wurde von den Mitgliedern auf Platz 8 der Liste gesetzt. Einer, den man bisher aus dem kulturellen Bereich kennt, kandidiert auf Platz 10: Hubert Wartner, Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins Regensburg-Kumpfmühl, steigt mit in den politischen Ring.

Alle 35 Wahlberechtigten gaben der Liste ihren Segen und stimmten mit Ja: Auf Platz 1 kandidiert OB-Kandidat Ludwig Artinger, gefolgt von der Landtagsabgeordneten Kerstin Radler auf Platz 2. Günther Riepl kandidiert auf Platz 3, Dr. Christoph Schiessl auf Platz 4, auf Platz 5 folgt Silvia Gross. Platz 6 nimmt Manfred Hetzenegger ein, gefolgt von Daniela Kronschnabel (Platz 7) und Nicolas Schmidl (Platz 8). Von Platz 9 aus ins Rennen geht Brigitte Schlee, Platz 10 nimmt Hubert Wartner ein.

Zuvor hatten die Freie-Wähler-Mitglieder das vorbereitete Wahlprogramm mit drei Ergänzungen einstimmig beschlossen. Artinger berichtete, das Programm sei vom Vorstand erarbeitet und an alle Mitglieder übergeben worden. Das Programm spiegle die moralische Verortung und die Grundsätze der Freien Wähler wider. Man halte sich fern von „ideologischen Scheuklappen“ und wolle einen klaren Kopf bewahren, alle Argumente abwägen und dann sachlich entscheiden. Artinger blickte auch auf die vergangenen 5,5 Jahre in der so genannten Bunten Koalition zurück. Nicht jeder sei damals überzeugt gewesen, dass diese Koalition regieren könne. Doch es sei gelungen – und das auch noch in besonders turbulenten Zeiten für die Stadt Regensburg. Man habe als Freie Wähler Verantwortung übernommen in schwierigen Zeiten – „im Januar 2017 ist uns ja unser Oberbürgermeister abhanden gekommen, das waren stürmische Zeiten“, so Artinger. Aber: Man habe „das Schiff Regensburg gut durch diese Zeiten gesteuert“. Artinger betonte, dass es immer sein Bestreben gewesen sei, Gegensätze zusammenzuführen und Kompromisse zu schmieden. Das werde wohl auch im nächsten Stadtrat wichtig sein.

Artinger und Radler freuten sich, dass sowohl beim Programm als auch bei der Stadtratsliste das Signal der Geschlossenheit nach außen geht. „Wir können stolz sein auf unsere Liste, da ist alles dabei – von 18 bis 83“, so Artinger. Im Gegensatz zu anderen Parteien, bei denen offenbar nur noch die Jugend „ihrer Jugend wegen“ zähle, setze man bei den Freien Wählern auch auf Erfahrung und Lebensleistung, „wir haben eine gute Mischung gefunden“. Mit einem schwungvollen „Regensburg, wir kommen“, schwor Artinger die Freien Wähler auf den Wahlkampf ein.


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