31.10.2019, 13:14 Uhr

Im Gestaltungsbeirat Regensburg Innovativer Architekt plant nachhaltige Fassadenstruktur

Auf dem Gelände neben dem MZ-Gebäude soll ein neues Bürogebäude entstehen. (Foto: kl)Auf dem Gelände neben dem MZ-Gebäude soll ein neues Bürogebäude entstehen. (Foto: kl)

Nachhaltigkeit ist derzeit ein Thema, das immer wichtiger wird und mit dem sich immer mehr Menschen beschäftigen. Auch ein Architekturbüro aus Neumarkt. In der Fritz-Fend-Straße in Regensburg soll neben den Bahngleisen ein neues Bürogebäude zwischen der Mittelbayerischen Zeitung und einem Grundstück der Deutschen Bahn gebaut werden. Der beauftragte Architekt Johannes Berschneider hat sich dafür innovative und nachhaltige Ideen einfallen lassen. Diese präsentierte er im Gestaltungsbeirat der Stadt Regensburg am Donnerstag, 17. Oktober.

REGENSBURG Berschneider will auf einen klassischen Sonnenschutz verzichten und die Glasfront stattdessen mit einer nachhaltigeren 3D-Fassadenstruktur umhüllen. Diese Fassade ist nicht glatt, sondern besteht aus vielen dicken, länglichen und verzweigten Elementen, die sich ähnlich einer Pflanze vom Boden bis zur Decke an den Fenstern hochschlingen. Deren Transparenz – ein Diskussionspunkt im Gestaltungsbeirat – könnte man an die jeweiligen Räume anpassen oder gleichmäßig realisieren. Zu viel Transparenz störe die Privatsphäre, die in manchen Räumen des Bürogebäudes benötigt wird, doch zu wenig Transparenz verdecke die Sicht auf und durch die Glaswände und verhindere den Lichteinfall von außen. Bestimmte Teile im oberen Bereich der Fassade werden ausgespart, sodass dort Fenster sichtbar sind.

Der Gestaltungsbeirat freut sich über Berschneiders innovative Idee, hat aber noch viele Fragen und Anregungen. So wünschen sich die Mitglieder des Beirats, dass die Fassade des neuen Gebäudes entlang der Fritz-Fend-Straße dem Verlauf der Straße folgt, um ein einheitlicheres Gesamtbild zu erhalten. Auch auf eine zur Mittelbayerischen passende Gestaltung müsse man achten, sodass die Gebäude gut miteinander harmonieren.

Zur Frage nach der Parkplatzsituation, erklärt der Vertreter der Bauherrin, der V.I.S. Vermögensverwaltung GmbH aus Regensburg, dass der Vorschlag des Beirats – eine doppelstöckige Tiefgarage – aufgrund des Grundwassers zu riskant und nicht realisierbar wäre. Der Architekt plant schräge Außenparkplätze für die Mitarbeiter hinter dem Gebäude in einer Einbahnstraße parallel zu den Bahngleisen. Der Entwurf berücksichtigt außerdem zwischen dem neuen Gebäude und der Mittelbayerischen öffentliche Plätze für Car-Sharing und E-Fahrzeuge, die von der Straße gut einsehbar sind, damit sie jeder nutzen kann, nicht nur Büromitarbeiter. Die Anwesenden sind sich einig, dass Parkplätze in dieser Lage in der Nähe des (Bus-)Bahnhofes in Zukunft immer weniger benötigt werden, da sie damit rechnen, dass Mitarbeiter und Kunden lieber Bus und Bahn oder auch Fahrräder nutzen werden, um zur Arbeit und zum Büro zu kommen. Auch neue Bäume sollen gepflanzt werden. Der Entwurf enthält eine Reihe von Bäumen und Pflanzen hinter dem Gebäude, wo auch die Außenparkplätze geplant sind.

Der Gestaltungsbeirat wird das Projekt weiterhin betreuen, die Mitglieder sind gespannt auf die Wiedervorlage des Entwurfs. Wann sich der Beirat das nächste Mal mit dem Bauvorhaben beschäftigt, steht noch nicht fest. „Der Gestaltungsbeirat ist ein unabhängiges Gremium von Sachverständigen. Es besteht aus sechs namhaften Architektinnen und Architekten und berät Architekten, Bauherrn sowie die Stadt Regensburg in architektonischen und stadtgestalterischen Fragen bei öffentlichen und privaten Bauvorhaben von besonderer städtebaulicher Bedeutung“, so die Beschreibung auf der Internetseite der Stadt Regensburg.


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