27.10.2019, 20:27 Uhr

Geschäftserwartungen bleiben stabil Konjunkturbericht für das dritte Quartal 2019 – Handwerk trotzt gesamtwirtschaftlicher Eintrübung

Entgegen einer schwächelnden Gesamtwirtschaft steht das ostbayerische Handwerk gut da. Für die positive Geschäftslage sorgt vor allem eine starke Baukonjunktur. (Foto: 123rf.com)Entgegen einer schwächelnden Gesamtwirtschaft steht das ostbayerische Handwerk gut da. Für die positive Geschäftslage sorgt vor allem eine starke Baukonjunktur. (Foto: 123rf.com)

Die Konjunkturdaten für das ostbayerische Handwerk sind im dritten Quartal 2019 unverändert gut ausgefallen. Das geht aus der vierteljährlichen Befragung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz von über 2.000 ostbayerischen Handwerksbetrieben hervor.

REGENSBURG „Während sich die gesamtwirtschaftliche Konjunktur abschwächt, bleibt das Handwerk weiter stabil und die Betriebe sind optimistisch. Handwerkliche Zulieferer hingegen blicken verhaltener in die Zukunft“, sagt Jürgen Kilger, Hautgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Gute Geschäftslage im ostbayerischen Handwerk

Die Betriebe zeigen nach wie vor eine hohe Zufriedenheit bei der Bewertung ihrer gegenwärtigen Geschäftslage: 94 Prozent der Befragten schätzen sie als gut oder befriedigend ein. Mit einem aktuellen Auftragsbestand von durchschnittlich über zehn Wochen ist das Handwerk ähnlich gut wie im Spitzenjahr 2018 ausgelastet. „Die gute Lage hängt wesentlich auch von der starken Baukonjunktur und der privaten Nachfrage ab“, so Jürgen Kilger. Das zeigt sich auch in den Wartezeiten für Kunden auf einen Bau-Handwerker: Im Bauhauptgewerbe liegt sie bei 12,7 Wochen, im Ausbaugewerbe bei 12,4 Wochen.

Konjunktur fördert Neueinstellungen und steigert Verkaufspreise

„Erfreulich für das Handwerk ist die momentan gute Geschäftslage auch deshalb, weil sie zu weiteren Neueinstellungen führt“, erklärt Kilger. Ein Fünftel der Betriebe hat die Mitarbeiterzahl erhöht, so viele wie seit zwei Jahren nicht mehr. Ebenso auf die Verkaufspreise wirkt sich die gute Konjunktur aus. 22 Prozent der Betriebe haben diese in den letzten drei Monaten steigern können, insbesondere das Lebensmittelgewerbe, das Ausbaugewerbe sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf.

Vorsichtigere, aber positive Prognosen

Mit Blick auf das vierte Quartal prognostiziert das Handwerk die weitere Entwicklung der Auftragseingänge teils etwas verhaltener, wenngleich die Mehrheit eine ähnliche Umsatzentwicklung und ein größerer Teil der Betriebe steigende Preise im Ein- und Verkauf erwartet. Eine Abschwächung wie in der Industrie sehen sie aber derzeit noch nicht. „Eine rege Investitionsbereitschaft sowie positive Entwicklungen bei den Beschäftigten runden die aktuell gute wirtschaftliche Gesamtsituation für das Handwerk ab“, bilanziert Jürgen Kilger. Damit sorge das Handwerk für Stabilität in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die in den letzten Jahren positiv verlaufene konjunkturelle Entwicklung sei jedoch kein Automatismus. „Die binnenorientierte Wirtschaft und damit auch das Handwerk sind auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen angewiesen und erwarten dazu die richtigen Weichenstellungen von der Politik.“


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