20.10.2019, 21:02 Uhr

Behörden erlauben Auslaufen Sea-Eye-Rettungsschiff „Alan Kurdi“ startet in siebte Mission

(Foto: Pavel Vitko/sea-eye.org)(Foto: Pavel Vitko/sea-eye.org)

Am späten Donnerstabend, 17. Oktober, genehmigten die spanischen Behörden das Auslaufen der „Alan Kurdi“.

REGENSBURG Am Donnerstagabend gestatteten die lokalen Behörden nach intensiven Kontrollen und Rücksprache, mit der spanischen Regierung in Madrid, den Start der nächsten „Alan Kurdi“ Mission. Nach sechswöchiger Zwangspause kehrt das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ somit zurück in den Einsatz. Die dazu nötigen Mittel spendete die Berliner Hilfsorganisation „Sea-Watch“, Den Regensburger Seenotrettern von „Sea-Eye“ gingen im September die Spenden aus. Die norddeutsche Kapitänin Bärbel Beuse führt das Schiff mit insgesamt 20 Crewmitgliedern aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien in den siebten Einsatz. Das Schiff soll die Libysche Rettungszone planmäßig am Mittwoch, 23. Oktober, erreichen.

Erstmalig beteiligte sich eine deutsche Stadt an den Kosten der Rettungsmittel für die „Alan Kurdi“. So haben die Hamburger Bürgerschaftsfraktionen der Grünen, der SPD und der CDU im Rahmen des Haushalts für 2019 finanzielle Hilfe für Rettungsmittel der „Alan Kurdi“ über bis zu 4.900 Euro bewilligt. Die Gelder sind im September bei „Sea-Eye“ eingegangen und wurden für neue Rettungsmittel eingesetzt. „Es ist schön zu sehen, dass sich eine so breite Mehrheit hinter dem Anliegen „Menschlichkeit“ versammeln konnte. Daran lässt sich auch erkennen, wie wichtig es ist, sich im Rahmen der jeweils eigenen Möglichkeiten zu beteiligen: Zusammen kann man etwas verändern“, sagt die Grüne Bürgerschaftsabgeordnete Anna Gallina, die im Mai 2017 selbst als Crewmitglied der „Sea-Eye“ an der Rettung von mehr als 400 Menschenleben beteiligt war. Das Geld stammt aus den sogenannten Tronc-Mitteln. Die Stadt Hamburg verwendet diese Mittel regelmäßig für gemeinnützige Zwecke aus der Tronc-Abgabe der Hamburger Spielbanken. Insgesamt standen 181 Organisationen auf der Liste der Empfänger Organisationen. „Wir danken der Bürgerschaft für dieses wichtige Zeichen. Ein Teil dieser Gelder aus den Steuern der buchstäblichen Hamburger Spassgesellschaft haben wir in Rettungswesten investiert. Während es sich manche Menschen leisten können ihr Geld regelrecht zu verspielen, waren wir zuletzt nicht in der Lage unsere Rettungseinsätze zu finanzieren. Während unserer Abwesenheit kam es zum größten Schiffsunglück des Jahres in italienischen Gewässern. Unter den Opfern sind auch Frauen und Kinder“, sagt Gorden Isler, Sprecher von „Sea-Eye“.

In der vergangenen Woche hat „Sea-Eye“ die Heimathafenverlegung des Schiffes von Stralsund nach Hamburg beantragt. Nach Regensburg ist Hamburg das wichtigste Zentrum für den Verein geworden. Alle für den Schiffsbetrieb relevanten Behörden sind in der Hansestadt vertreten und haben konstruktiv an der Erfolgsgeschichte der „Alan Kurdi“ mitgearbeitet. Zuletzt beteiligte sich die Nordkirche an den Werftkosten des Schiffes. Fortan wird nun unter dem Namen des ertrunkenen, dreijährigen Jungen Alan Kurdi (2015), nach dem das Schiff benannt worden ist, der Name des Heimathafens Hamburg stehen. Zu Stralsund gibt es hingegen derzeit keinen Bezug.

Das italienische Innenministerium hat „Sea-Eye“ und andere Hilfsorganisationen zum Gespräch nach Rom eingeladen. Ein entsprechendes Treffen soll am 25. Oktober stattfinden. In den Medien war bereits zu lesen, dass Innenministerin Lamorgese mit den sogenannten NGOs sprechen möchte. Ihr Vorgänger Salvini bevorzugte es grundsätzlich über NGOs zu reden und sie zu diffamieren. „Sea-Eye“ wird die Einladung annehmen.


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