11.10.2019, 19:55 Uhr

Jetzt schnell handeln Kritik der CSU – „Regensburg könnte längst ein 365-Euro-Jahresticket haben“

Josef Schindler, dritter Bürgermeister Markt Regenstauf, Bundestagsabgeordneter Peter Aumer, Kreisrat Fritz Dechant und Landratskandidat Rainer Mißlbeck. (Foto: H.C. Wagner)Josef Schindler, dritter Bürgermeister Markt Regenstauf, Bundestagsabgeordneter Peter Aumer, Kreisrat Fritz Dechant und Landratskandidat Rainer Mißlbeck. (Foto: H.C. Wagner)

Diese Woche verkündete der Bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart, dass der Verkehrsverbund im Großraum Nürnberg (VGN) für 360.000 Auszubildende, Schüler und Schülerinnen das 365 Euro ab Beginn des Schuljahres 2020/21 einführen wird.

LANDKREIS REGENSBURG „Auch wir in der Region Regensburg könnten schon so weit sein, wenn Stadt und Landkreis diesem zukunftsweisenden Themen eine höhere Priorität einräumen würden“ ist sich Landratskandidat Rainer Mißlbeck sicher. „Wir müssen bei diesem Projekt in Bayern vorne mit dabei sein“, fordert Mißlbeck schnelles Handeln der Verantwortlichen ein.

Durch die Einführung des 365-Euro-Jahrestickets für Schüler und Auszubildende sieht sich die CSU im Landkreis bestätigt. Ministerpräsident Markus Söder und Verkehrsminister Hans Reichhart haben diese Woche zugesagt, dass auch die Region Regensburg in das Förderkonzept des Freistaats Bayern aufgenommen werden kann.

„Wir haben im Frühjahr dieses Jahres, nach einem Gespräch mit Verkehrsminister Reichhart, den Antrag gestellt, unsere Region als Modellregion für das 365-Euro-Jahresticket aufzunehmen. Dies ist ein Baustein für ein modernes Mobilitätskonzept für Stadt und Landkreis Regensburg“, so der CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Peter Aumer. Der gemeinsame Antrag von Stadt- und Landkreis-CSU scheiterte aufgrund von Bedenken gegen die Kosten am Widerstand von SPD und Grünen und der Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs (GFN).

Nun hat der Freistaat zugesagt, zwei Drittel der Kosten zu übernehmen. „Dies ist eine einmalige Möglichkeit, mehr Menschen für den ÖPNV zu begeistern. Bei meinen Gesprächen mit Jugendlichen kommt immer wieder die Forderung nach einem günstigen ÖPNV“, berichtet Aumer. Auch die Ergebnisse einer CSU-internen Umfrage unter 4.000 Mitgliedern bestätigen den Wunsch nach einem 365-Euro-Jahresticket. Laut Aumer sprachen sich knapp 50 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Einführung dieses Angebots aus.

Auch Landratskandidat Rainer Mißlbeck sieht in der Initiative Bayerns eine echte Chance für die Region. „Wir reden immer davon, dass wir beim Thema Mobilität handeln müssen. Dass das nicht umsonst geht, muss uns allen klar sein“, so Mißlbeck. Er sieht ein besseres ÖPNV-Angebot auch als Möglichkeit, den Druck auf den Wohnungsmarkt zu senken.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Matthias Beer sieht vor allem die Verbesserungen für die Auszubildenden. „Mir sind in Beratzhausen sogar Fälle bekannt, wo der Ausbildungsbetrieb in Neumarkt ist und die Berufsschule in Regensburg. Das Zugticket für diesen Bereich würde über 2.000 Euro jährlich kosten, weshalb die Azubis jetzt mit dem Auto pendeln. Das sollte uns aufschrecken“, so Beer. Er sieht darin vor allem auch eine Stärkung der Attraktivität der Randgemeinden.

Aumer und Mißlbeck wollen den Antrag der CSU nochmals auf die Tagesordnung bringen. Stadt und Landkreis müssen noch in diesem Jahr zusammen mit der GFN ein Konzept erarbeiten, das nicht nur die anfallenden Kosten, sondern auch den Weg zu einem 365 Euro Ticket aufzeigt. „Dann müssen wir schnellstens zu einem Beschluss kommen, um schon im nächsten Jahr mit dem Ein-Euro-Ticket starten zu können“, fordert Landratskandidat Mißlbeck. Er ist diesbezüglich auch mit Astrid Freudenstein, Oberbürgermeisterkandidatin für die Stadt Regensburg, in intensive Gespräche eingetreten. „Hoffentlich haben jetzt alle Parteien eingesehen, dass das 365-Euro-Jahresticket der richtige Ansatz ist. Das hat man in den Forderungen der letzten Monate sowohl bei Grünen als auch der SPD deutlich gesehen“, so Aumer.


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