25.09.2019, 21:38 Uhr

IHK und HWK zur Verkehrssituation Studie „wichtiges Plädoyer für verkehrsplanerischen Mut und grenzübergreifendes Denken in der Region“

Tobias Gotthardt. (Foto: Philipp Seitz/Bayerischer Landta)Tobias Gotthardt. (Foto: Philipp Seitz/Bayerischer Landta)

„Die Studie von IHK und HWK ist ein wichtiges Plädoyer für verkehrsplanerischen Mut und grenzübergreifendes Denken in der Region. Für sich alleine wird die Stadt Regensburg angesichts der über 70.000 Einpendler täglich kein einziges der drängenden Probleme lösen“,so der Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Tobias Gotthardt zur gemeinsamen Studie von IHK und HWK über die Verkehrssituation im Großraum Regensburg.

KALLMÜNZ/MÜNCHEN „Klar ist: Es braucht Vernetzung mit dem Landkreis und der gesamten Region. Erstes Ziel muss es dabei sein, motorisierten Individualverkehr zu vermeiden und den ÖPNV zu stärken. Busse müssen mehr als bisher nach einem Stern- und Spinnennetzsystem verkehren. Die Schiene spielt zudem eine zentrale Rolle: Was heute als Stadtbahn diskutiert wird, muss im Ende in einer leistungsstarken Stadt-Umland-Bahn mit S-Bahn-Takt münden und besonders die arbeitsplatzintensiven Zentren der Stadt im Blick haben. Der Landkreis ist hierbei treibende Kraft.“

Städte wie Karlsruhe, Gmunden oder Straßburg hätten beweisen, was geht. Ein ausgeklügelter Ring an Pendler-Parkplätzen und Parkhäusern verknüpfe die Autofahrt vom Land mit öffentlicher Mobilität im Stadtraum – im Optimalfall kostenfrei ab Parkgelegenheit: „Niemand soll mehr mit dem Auto in die Stadt müssen – auch, wenn er an der eigenen Haustür damit startet. Auch hier kann Regensburg von Straßburg lernen. Bei aller Reduzierung braucht auch der Individualverkehr neue, längst überfällige Lückenschlüsse – ihre Realisierung fordert Land und Stadt in gleichem Maße.“

Projekte wie die Kneitinger Brücke, die Sallerner Regenbrücke, eine optimierter Anschluss von B16 und Osttangente sowie der Ausbau des Pfaffensteiner Tunnels seien wichtige Bausteine – „Autos ohne Straßen fahren nicht. Das muss allen klar sein – auch denen, die gerne jedes Projekt in Frage stellen.“

Der Radverkehr müsse neue Wege gehen und finden: Ein alltagstauglicher Ausbau des Radwegenetzes sei wichtig – und möglich. „Der Landkreis hat mit seinem Radwegekonzept die Weichen gestellt. Für Regensburg selbst scheint mir ein simples, flächendeckend leistungsstarkes Fahrrad-Leihsystem wichtiger als jeder Elektroroller – so cool die Dinger auch scheinen mögen. Nur, wenn der Großraum Regensburg sich als vernetzte und innovative Regiopol-Region versteht, wird er die großen Herausforderungen des weiteren Wachstums meistern. Klar ist: Der tägliche Stau darf nicht Bremsblock unserer wirtschaftlichen Entwicklung sein.“


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