22.07.2019, 10:08 Uhr

Gegenkandidat bekam null Stimmen Gertrud Maltz-Schwarzfischer soll für die SPD den OB-Sessel erobern


37 Ja-Stimmen, drei Enthaltungen eine ungültige Stimme – 92,5 Prozent der anwesenden Delegierten sprachen Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Samstag, 20. Juli, das Vertrauen aus. Die 59-Jährige soll die nächste Oberbürgermeisterin von Regensburg werden.

REGENSBURG Maltz-Schwarzfischer zeigte sich in ihrer Bewerbungsrede selbstbewusst: Mit Mut und Entschlossenheit werde sie in den Wahlkampf gehen, die Themen lägen auf der Straße – „wir packen das!“ Bis zu ihrem 35. Lebensjahr hat sich Maltz-Schwarzfischer im vorpolitischen Raum engagiert – sie setzte sich gegen die WAA ein, war in der autonomen Frauenbewegung aktiv, gründete den Frauennotruf mit. Mit 35 dann der Schritt in die SPD – „da bin ich den Jusos entkommen“, scherzte sie, später habe sie das oft bereut, denn gerade die politische Bildung habe bei den Jusos einen hohen Stellenwert. 2008 zog sie in den Stadtrat ein, 2014 wurde sie zweite Bürgermeisterin der Stadt. Und da fühlte sie sich ab dem 18. Januar 2017 – dem Tag der Verhaftung des Oberbürgermeisters – „wie in einem schlechten Film“. Zeitweise hatte sie nicht nur die Arbeit des Oberbürgermeisters übernehmen müssen, sondern auch die des erkrankten dritten Bürgermeisters. Dies sei nur mit viel Ruhe möglich gewesen, „ausgleichend, moderierend, klar“, so beschrieb Maltz-Schwarzfischer ihre Arbeitsweise. „Die Stadt hat Anspruch auf Stabilität“, diese habe die Koalition trotz aller Vorkommnisse möglich gemacht.

Wohnen, Energie, Umweltschutz – die Themen lägen auf der Straße, so Maltz-Schwarzfischer, man müsse sie nur aufgreifen. Wichtig sei ihr auch, dass die „Stadt als guter Arbeitgeber ein Vorbild“ ist. So will sie sachgrundlose Befristungen abschaffen. Der Rückgang der Gewerbesteuer um 50 Millionen Euro zwinge den Stadtrat dazu, Prioritäten zu setzen, 2019, 2010 und vermutlich auch 2021 seien die geplanten Maßnahmen möglich, dann aber müsse man genau hinsehen. „Wir müssen in die Zukunft denken“, so die Bürgermeisterin. Die Delegierten quittierten die Rede mit viel Applaus. Am Ende zeigt sich die Stadt-SPD trotz aller Unkenrufe dann doch geschlossen. 27 der 41 Delegierten stimmten für Maltz-Schwarzfischer, die nun als OB-Kandidatin ins Rennen geht.

Die Stadtratsliste wird im September aufgestellt, das Parteiprogramm folgt im November.


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