09.07.2019, 19:55 Uhr

Jugendliche ernst nehmen Regensburger ÖDP-Fraktion begrüßt Forderungen von „Fridays for Future“

„Fridays for Future“-Demo am Freitag, 5. Juli, am Domplatz in Regensburg. (Foto: Tobias Ehrmeier)„Fridays for Future“-Demo am Freitag, 5. Juli, am Domplatz in Regensburg. (Foto: Tobias Ehrmeier)

Vor zwei Monaten wurde im Umweltausschuss des Stadtrats über einen ÖDP-Antrag debattiert. Inhalt des Antrags war die Forderung, eine Dialogveranstaltung mit den jugendlichen Initiatoren der örtlichen Fridays for Future - Bewegung zu organisieren.

REGENSBURG Die ÖDP-Vertreterin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Astrid Lamby argumentierte: „Die Schülerinnen und Schüler haben erkannt, dass die Politik eine radikale Kehrtwende vollziehen muss. Es wäre ein Zeichen der Wertschätzung, von Seiten der Stadt zum Gespräch zu laden. Die Argumente der Jugendlichen zu hören und ihre Anliegen ernst zu nehmen, ist doch das Mindeste, was sie von uns Politikern und der Stadt erwarten können. Schließlich sind wir Erwachsenen für die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte verantwortlich!“ Zum Erstaunen Lambys war es insbesondere der Ausschussvorsitzende und grüne Bürgermeister Jürgen Huber der das Anliegen ablehnte, da man die Jugendlichen nicht bevormunden wolle und es bereits einen Jugendbeirat gebe. Nach dem letzten Protestfreitag mit Sperrung der Altstadt und imposanter Menschenkette plädiert die ÖDP-Fraktion für schnelle Schritte seitens der Stadt. ÖDP-Fraktionsvorsitzender Benedikt Suttner: „Die Demoauflagen der Stadt hat das Verwaltungsgericht gekippt. Einige krakeelten im Vorfeld, das Ganze sei eine ‚Diskriminierung‘, ‚eine Gefährdung der wirtschaftlichen Grundlage von hunderten Angestellten und Unternehmern‘, gar eine ‚mutwillige Zerstörung der Altstadt‘. Dabei haben sich die Aktionen als friedlicher Protest eines Querschnitts der Stadtgesellschaft herausgestellt, der kreativ, an einigen Stellen laut, doch mit viel Feingefühl ablief.“

Nach Ansicht der ÖDP-Fraktion stellen die Jugendlichen acht Forderungen an die Stadtpolitik, die alle im Rahmen des Machbaren sind und von ÖDP-Seite teilweise schon mittels Anträgen in den letzten Jahren in den Stadtrat eingebracht wurden (Fahrradpolitik, Tempo 30, Plus-Energie-Standard, solare Energienutzung, Straßenbeleuchtung mit LED, Freihalten thermischer Entlastungsräume, nachhaltiges Essen).

Benedikt Suttner: „Die Bürgermeisterin reagierte auf den offenen Brief, indem sie öffentlich mitteilte, sie teile die Werte der „Fridays for Future“-Bewegung und sei selbstverständlich bereit, sich dafür einzusetzen. Es wäre deshalb dringend an der Zeit, dass sie den Jugendlichen konkret die offene Hand ausstreckt. Deshalb erneuern wir unser Antragsanliegen und fordern die Stadtspitze auf, mit den Initiatoren schnellstmöglich eine Dialogveranstaltung anzuberaumen.“

Stadträtin Astrid Lamby plädiert eindringlich: „Wir müssen die Stimme derer hören, die zurecht von uns Politikern Taten fordern. Die Menschenkette vom Freitag muss für uns alle ein Weckruf sein. Aus dem Austausch können ja auch konkrete Ideen für unsere Politik vor Ort erwachsen. Für gute Ideen ist keiner zu jung.“


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