09.07.2019, 15:59 Uhr

Instabiles Holzboot entdeckt „Sea-Eye“-Schiff erneut im Einsatz – 44 Menschen vor Lampedusa gerettet

Die „Alan Kurdi“. (Foto: Fabian Heinz)Die „Alan Kurdi“. (Foto: Fabian Heinz)

Die Crew der „Alan Kurdi“ nimmt zum zweiten Mal in der laufenden Mission aus Seenot gerettete Menschen an Bord und plant, sie zeitnah an die maltesische Marine zu übergeben.

REGENSBURG/LAMPEDUSA Nach der Übergabe von 65 Geretteten an maltesische Behörden am Sonntag, 7. Juli, setzte das Schiff noch am Sonntagabend Kurs in Richtung libysche Such-und-Rettungszone. Kurz nach Erreichen der Zone hörte die Besatzung über Funk mit, wie tunesische Fischer und nahezu zeitgleich das zivile Suchflugzeug „Colibri“ den Seenotfall an die maltesische Seenotrettungsleitstelle meldeten. Die Sea-Eye Crew bot den maltesischen Behörden Unterstützung an und änderte den Kurs entsprechend.

Die maltesischen Behörden ernannten den naheliegenden Frachter MV „Iver Best“ zum sog. On-Scene-Coordinator und übergaben ihm damit die Koordinierungsbefugnis vor Ort. Auf Anweisung der „Iver Best“ begann die Crew der „Alan Kurdi“ kurz nach ihrer Ankunft mit dem Austeilen der Schwimmwesten. Weiterhin ordnete die Besatzung des Frachters die Aufnahme der Menschen an Bord des Rettungsschiffes „Alan Kurdi“ an.

44 Menschen, darunter vier Frauen und drei Kinder konnten sicher an Bord der „Alan Kurdi“ gebracht werden. Die Kinder sind 15 Monate, drei und fünf Jahre alt. Die Menschen stammen aus Syrien, Libyen, Pakistan, Bangladesch und Guinea. Nach eigenen Angaben sind die Menschen am frühen Samstagmorgen in Zuwara gestartet.

Die maltesischen Behörden nannten der „Alan Kurdi“ eine Koordinate an der die Menschen von den Maltesern übernommen werden sollen. Momentan wartet die crew auf die Ankunft der maltesischen Marine. Die „Alan Kurdi“ plant ihren Einsatz im Such- und Rettungsgebiet vor Libyen nach der Übergabe fortzuführen.

„Wir sind unglaublich froh, dass wir erneut zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein konnten und wir nun 44 weitere Menschen in Sicherheit wissen. Ein 15 Monate altes Baby sollte sich niemals in einer so lebensgefährlichen Situation befinden müssen. Hoffentlich wird die maltesische Marine die Menschen schnell übernehmen, sodass wir weiter im Suchgebiet präsent sein können, wo wir ganz offensichtlich gebraucht werden.“, sagt Sea-Eye Sprecherin Carlotta Weibl.


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