05.07.2019, 17:51 Uhr

Marktrat mehrheitlich für Nahversorger Bürgerentscheid in Beratzhausen – unverbautes Labertal vs. Grundversorgung

So könnte das neue Nahversorgungszentrum am Ortseingang von Beratzhausen aussehen. (Foto: KIST GmbH)So könnte das neue Nahversorgungszentrum am Ortseingang von Beratzhausen aussehen. (Foto: KIST GmbH)

Rund 4.400 Wahlberechtigte haben am Sonntag, 7. Juli, die Frage zu beantworten, ob in Beratzhausen ein Nahversorgungszentrum errichtet werden soll. Edeka und Netto planen solch ein Zentrum – der 5.700-Einwohner-Ort hat aktuell keine solche Einkaufsmöglichkeit. Deshalb hat der Marktrat mehrheitlich – über fast alle Fraktionen – dieses Vorhaben befürwortet. Dem gegenüber sieht sich die Bürgerinitiative „Unverbautes Labertal“. Das Gebiet zwischen Skateranlage und Freibad solle weiterhin unbebaut bleiben.

BERATZHAUSEN Dass es in Beratzhausen einen neuen Supermarkt geben soll, ist nun nichts Neues, schon einige Jahre gärt diese Frage – bislang ohne zufriedenstellende Lösung. 15 mögliche Standorte hatte es gegeben – sämtliche Investoren und Betreiber hatten sich nach den entsprechenden Prüfungen aber wieder zurückgezogen.

Im Rathaus sieht man hier einige Probleme: „Die Realisierung eines Projektes hängt jedoch am Ende davon ab, ob ein Betreiber des Lebensmittelmarktes vorhanden ist und ob dieser sich langfristig in einem Mietvertrag bindet. Nur dann ist das Engagement für den Investor lukrativ und er wird tatsächlich anfangen zu bauen.“ Und genau hier hakt es in Beratzhausen: „Rewe hat vor einigen Monaten bereits ein Engagement in Beratzhausen abgesagt und Edeka sagt sehr deutlich, dass einzig der jetzt diskutierte Standort möglich sei“, heißt es aus dem Rathaus. Der geplante Standort „mit den gut frequentierten Straßen in Richtung Hemau, Laaber, Pfraundorf und den Kernort Beratzhausen“ sei für Edeka die einzige Option.

Seitens der BI sieht man das anders. Das so genannte Wiendl-Gelände wird zum Beispiel ins Spiel gebracht, das aber, so die Stimmen aus dem Rathaus, lehne wiederum der Investor ab, „weil er zu klein ist oder dort die Besucher in einer Tiefgarage parken müssten und dann nur über Rolltreppen oder Aufzüge zum Einkauf kommen“. Die bisherigen Erfahrungen von Edeka mit Tiefgaragen im ländlichen Raum seien wohl „durchwegs unerfreulich und deshalb zukünftig auch undenkbar“.

Für die BI gibt es aber ein weiteres Argument gegen den geplanten Stadtort: Ein Teil der Fläche liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Der Markt Beratzhausen setzt dem entgegen, dass Bauen mit diesem Argument in Beratzhausen grundsätzlich schwierig wäre, denn rund 40 Prozent der 72 Quadratkilometer Gemeindeflächen lägen in einem Landschaftsschutzgebiet. Zudem müsse der Kreistag einer Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet zustimmen. „Die verantwortlichen Personen im Marktrat machen sich die Herausnahme nicht leicht und haben die Folgen genau geprüft. Deshalb wurden auch verbindliche Vorgaben zur Einbindung der Gebäude in die Landschaft gemacht und hier verschiedene Anregungen der BI aufgenommen“, heißt es dazu. Die Gebäude werden 1,5 Meter niedriger als ursprünglich geplant, mit Holz verkleidet und mit gebäudehohen Baumreihen eingefasst. Somit wäre der Standort gut in die Landschaft eingebunden, so der Markt weiter.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.beratzhausen.com sowie unter www.bi-labertal.de. Hier kann jeder Wähler und jede Wählerin die Argumente der beiden Seiten einsehen – und dann am Sonntag sein Kreuzchen an der für ihn oder sie richtigen Stelle machen!


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