04.07.2019, 14:47 Uhr

Tourismus Nach sieben Jahren stetem Wachstum – Übernachtungszahlen im Landkreis Regensburg leicht rückläufig

DEHOGA-Bezirksgeschäftsführer Christian Wolf, Tourismusreferentin Susanne Kammerer, Kathrin Düser vom Walderlebniszentrum, Florian Schmöller vom Kletterwald, Bürgermeister Patrick Grossmann. (Foto: Cornelia Bubb/LRA)DEHOGA-Bezirksgeschäftsführer Christian Wolf, Tourismusreferentin Susanne Kammerer, Kathrin Düser vom Walderlebniszentrum, Florian Schmöller vom Kletterwald, Bürgermeister Patrick Grossmann. (Foto: Cornelia Bubb/LRA)

Nach sieben Jahren steten Wachstums sind die jährlichen Übernachtungszahlen im Jahr 2018 im Landkreis Regensburg erstmals leicht zurückgegangen. Mit 429.666 Übernachtungen in den meldepflichtigen Betrieben gab es 1,8 Prozent weniger Übernachtungen als 2017 (437.378).

LANDKREIS REGENSBURG Die Touristiker im Landkreis führen dies trotz starker Werbemaßnahmen vor allem auf kurzzeitige Betriebsschließungen wegen Instandhaltungsmaßnahmen und Umbau, Pächterwechsel oder Betriebsaufgaben zurück. Auch der heiße Sommer 2018, der die Gäste eher ins Gebirge oder ans Meer lockte, dürfte eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben.

Trotz des leichten Rückgangs bewegen wir uns immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau, ist sich Landrätin Tanja Schweiger mit der Tourismusreferentin des Landkreises, Susanne Kammerer, einig, die beim Bilanztreffen der Touristiker und Bürgermeister im Walderlebniszentrum in Sinzing die Entwicklung der Statistik reflektierte. Investitionen der Gastgeber in zeitgemäße Angebote oder sogar einzelne Hotelneubauten seien positive Faktoren, um ein ansprechendes Angebot zu schaffen und sich im Wettbewerb zu platzieren. Auch dann, wenn der Betrieb deshalb vorübergehend Übernachtungseinbußen in Kauf nehmen müsse, betonte Kammerer. Eine solide Qualität bei der Angebotsgestaltung sei dabei ebenso wichtig wie entsprechende Marketingmaßnahmen. Christian Wolf, Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e. V. (BHG) in der Oberpfalz schloss sich dieser Aussage an und bedauerte dabei das große Dorfwirtshaussterben in Bayern, da die Gasthäuser in seinen Augen ein wichtiger Treffpunkt aller sozialer Schichten sind und einen hohen Grad an Lebensqualität verkörpern.

Gemeinsame Werbemaßnahmen

Für Susanne Kammerer, die Tourismusreferentin des Landkreises, steht fest, dass die Bündelung der vielfältigen Tourismus- und Freizeitangebote in einem professionellen Marketing aus einer Hand einen guten Service für Gast und Bürger bietet und die Gemeinden unterstützt. Gesteigerte Messebeteiligungen, gemeinsame Marketing-Maßnahmen mit der Regensburg Tourismus GmbH und dem Tourismusverband Ostbayern, ein informatives Ferienmagazin mit vielen Gastgeber- und Freizeittipps sowie zielgruppengerechte Rad- und Wanderbroschüren sind aus ihrer Sicht zielführende Maßnahmen, um die Region auch überregional erfolgreich zu bewerben.

Fokus auf Wegequalität und Beschilderung

Der neu eröffnete Radweg „Bayerische Eisenstraße“ zwischen Pegnitz, Amberg und Regensburg, der viel gefragte Fünf Flüsse-Radweg, die Burgensteige und der Pilgerweg Via Nova, sind Beispiele der Angebotsgestaltung, die gemeinsam mit den Gemeinden und Nachbarlandkreisen koordiniert werden. Dabei legt die Tourismusreferentin besonderen Wert auf die Wegequalität und Beschilderung. Denn nichts hält sie für kontraproduktiver als unzufriedene Gäste, die sich verlaufen, auf grob geschotterten Radrouten unsicher fühlen oder sogar stürzen und dann eine Beschwerde ans Tourismusbüro melden, wie es schon vereinzelt vorgekommen sei. Deshalb gelte es, die Wege gemeinsam mit den Gemeinden regelmäßig im Blick zu behalten. Möglichst naturnahe, unausgebaute Wege seien auch Grundlage für den Qualitätsweg Jurasteig, der im Herbst 2019 vom Deutschen Wanderverband wieder streng geprüft wird, so Kammerer.

Im Online-Marketing hat sich der Landkreis mit seiner neuen Website www.landkreis-regensburg.de /Freizeit und Tourismus für Gäste und Naherholer gut gerüstet. Mit gut 100 Wandertipps und 40 Radltouren sowie einem umfassenden regionalen Veranstaltungskalender könne man hier eine große Auswahl an Aktivitäten anbieten, so Kammerer, die im gleichen Zuge auch die Wichtigkeit der Teilnahme von Vermietern am Online-Buchungssystem betont. Gerade auch kleinere Betriebe konnten damit ihre Übernachtungszahlen inzwischen deutlich steigern.

Erlebnismöglichkeiten im Rieglinger Forst

Über die vielfältige Angebotsgestaltung und hervorragende Ausgangslage in Sinzing informierte Bürgermeister Patrick Grossman: „In acht Minuten mitten in der Weltkulturerbestadt Regensburg und in vier Minuten zum Baden an der Donau, zum Spazieren im Wald oder beim Golfen die Natur vor der Haustüre genießen - das zeichnet Sinzing aus!“, sagte Grossmann und verwies darauf, dass die Gemeinde Sinzing zusammen mit der Stadt Regensburg derzeit eine großzügige Fuß- und Radwegbrücke über die Donau plant, um den Radverkehr noch attraktiver zu gestalten. Dass Sinzing mit dem Rieglinger Forst auch zahlreiche Erlebnismöglichkeiten bietet, zeigten Katrin Düser vom Walderlebniszentrum Regensburg und Florian Schmöller vom Kletterwald Regensburg. Sie stellten familien- und gruppenfreundlichen Veranstaltungen und Vor-Ort-Angebote vor und machten diese bei einer Führung schmackhaft.


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