29.06.2019, 12:18 Uhr

Große Ehre „CampusAsyl“ aus Regensburg mit dem Integrationspreis ausgezeichnet

„CampusAsyl“ wurde mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. (Foto: Rolf Poss)„CampusAsyl“ wurde mit dem Integrationspreis ausgezeichnet. (Foto: Rolf Poss)

Am Donnerstag, 27. Juni, wurde im Bayerischen Landtag der Integrationspreis 2019 verliehen. Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, Joachim Herrmann, Bayerischer Innen-, Integrations- und Sportminister und Gudrun Brendel-Fischer, Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, ehrten damit Initiativen und Organisationen, die sich um die Integration verdient gemacht hatten.

REGENSBURG Der mit insgesamt 6.000 Euro dotierte Bayerische Integrationspreis stand 2019 unter dem Motto „Der Sport schafft‘s, der Sport macht’s“.

1. Preis: „CampusAsyl“ Sport, Regensburg

Projektträger: „CampusAsyl“ e. V.

Projektverantwortliche: Angelika Frey

Das Projekt „CampuAsyl“ Sport ist eine Plattform der Regensburger Hochschulen und der Regensburger Zivilgesellschaft, bei der über 300 Aktive Sport-Angebote auf die Beine stellen, die gelebte Integration für Geflüchtete und Asylbewerber ermöglichen. Darüber hinaus werden Geflüchtete, die ein Studium beziehungsweise einen studienvorbereitenden Sprachkurs an der Uni/OTH Regensburg besuchen, in einem Mentoring-Programm von erfahrenen Studierenden unterstützt. Die eigens geschulten MentorInnen geben Hilfestellungen in allen Fragen rund um das Studium und das studentische Leben in Regensburg.

2. Preis: „Auch du kannst es bringen, Bro“ – Breakdance-Multiplikatoren-Projekt Würzburg

Projektverantwortlicher: Thomas Bagdas

Das Breakdance-Multiplikatoren-Projekt will jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam über den Sport zu Anerkennung und Steigerung des Selbstwertgefühls verhelfen. Das Projekt soll dem Publikum zeigen, dass auf einfache Weise Grenzen der Herkunft, des Geschlechts oder des Alters überwunden werden können. Typische Aktionen sind Auftritte in Schulen, bei Festen oder bei öffentlichen Veranstaltungen auch außerhalb Bayerns. Interessierten Kindern und Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten, an Breakdance-Work-Shops oder Tanz-AGs teilzunehmen.

3. Preis: STAR – Starkes Team Außergewöhnlicher Ruderer, Würzburg

Projektträger: Rudergemeinschaft Olympos Würzburg e. V.

Projektverantwortliche: Cornelia Drewitzki

Rudern für und mit jugendlichen Flüchtlingen bietet die Rudergemeinschaft Olympos Würzburg e.V. seit 2015 an. Auf diese Weise soll Kindern und Jugendlichen nach oft traumatischer Flucht über das Mittelmeer ermöglicht werden, das Element Wasser wieder mit positiven Erlebnissen zu verknüpfen. Neben dem Rudern bietet die ROW auch Schwimmen und Hallensportarten an. Insgesamt haben bislang über 200 Jugendliche mit Fluchterfahrung an den ROW-Sportprogrammen teilgenommen und auf diese Weise das Rudern und das Schwimmen gelernt. Da wortwörtlich alle in einem Boot sitzen, werden gleichzeitig Werte wie Fairness, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein vermittelt. Darüber hinaus unterstützt der Verein die jungen Menschen auch bei der Jobsuche oder bei Behördengängen.

Laudatoren für die Preisträger waren Philipp Lahm (ehemaliger Kapitän der Fußballnationalmannschaft), Faris Al-Sultan (Gewinner des Iron Man) und Dr. Vural Ünlü (Vorsitzender der Türkischen Gemeinde Bayerns). Kabarettist Django Asül warf als Festredner einen humoristischen Blick auf das Thema Integration und Sport.

Die Bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer betont die besonderen Vorteile des Vereinssports: „Ob Ballsport, Turnen, Schwimmen, Leichtathletik, Rudern oder Tanz – ein Sportverein ist ein ideales Tor zur Integration, denn er bietet mehr als Spaß am Sport. Er bietet Beziehungen zu Gleichaltrigen, Kontakte zur einheimischen Bevölkerung, eine Einbindung in eine Peer-Group, aber auch in ein Netzwerk aus engagierten Erwachsenen – Trainer, Übungsgruppenleiter, Sport-Pädagogen, Lehrer. Kurzum: Gerade für Kinder und Jugendliche ein natürliches „Spielfeld“ der Integration. Ganz zu schweigen von der Rolle, die ein Sportverein bei allein zugewanderten Flüchtlingen einnehmen kann: Auch wenn die Angehörigen in der fernen Heimat verblieben sind, so ist ein Verein doch auch immer eine Art Familie, in der man sich gut aufgehoben fühlen kann.“

Integrationsminister Joachim Herrmann: „Die Projekte machen deutlich, dass die integrative Kraft des Sports einzigartig ist und Menschen mit Migrationshintergrund hilft, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen. Mein Ministerium fördert seit 2016 das Integrationsprojekt des Bayerischen Landes-Sportverbandes „Sport schafft Heimat“ mit jährlich 200.000 Euro. Der gemeinnützige, verbandlich organisierte Sport ist der größte Träger von Ehrenamt und freiwilligem Engagement in unserem Land“.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Integration kann nicht verordnet werden, man braucht Menschen, die aufeinander zugehen, sich kennenlernen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Der Sport ist hierfür ideal. Man hat weniger Berührungsängste. Man hat ein gemeinsames Ziel, das verbindet und zusammenschweißt. Mein Dank gilt den Preisträgern, die das in so vorbildlicher Weise vormachen und somit dazu beitragen, das Thema Integration positiv zu besetzen.“


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