16.06.2019, 10:09 Uhr

Verlegung von Kabeln nötig Ausbau der Autobahn A3 – wenn alte auf neue Technik trifft ...


Der Autobahnausbau der A3 im Raum Regensburg sorgt nicht nur an der Oberfläche für jede Menge Arbeit, es gibt durch die Verbreiterung auch unter der Erde genügend zu tun. Die unterirdisch verlegten Stromkabel beim Umspannwerk nahe Neutraubling fallen nämlich in den Bereich der Baustelle der Autobahn, daher mussten diese nun um 30 Meter nach Süden verlegt werden. Dass sich dies nicht so ganz einfach gestaltet, wurde bei einem Besuch der Baustelle mit den Verantwortlichen des Bayernwerks am Donnerstag, 5. Juni, deutlich.

NEUTRAUBLING Von einem „immensen Aufwand“ sprach dabei Projektleiter Christian Poppe und verwies auf das Aufeinandertreffen von alter und neuer Technik, das dort im Moment stattfindet.

Die Besonderheit ist, dass ausgehend vom Umspannwerk Neutraubling, von dem aus BMW sowie die Stadt Neutraubling selbst mit Strom versorgt werden, in Richtung des BMW-Werks Gasinnenrohrkabel liegen, die bereits in den 1980er-Jahren gefertigt wurden. Heutzutage ist man technisch jedoch schon um einiges weiter und verwendet nur noch Kabel mit Kunststoffisolierung. Da die alten Kabel nicht mehr hergestellt werden, musste eine der wenigen Firmen beauftragt werden, die sich mit Verbindungsstücken zwischen diesen beiden Kabelarten auskennen. Zudem mussten direkt neben der A3 extra eine Grube ausgehoben und eine kleine Werkstatt errichtet werden, um den Anschluss vorzubereiten.

Die Verbindung wird mit einer sogenannten Muffe hergestellt, ein Metallzylinder, der als eine Art Adapter zwischen den beiden Kabeln fungiert. Vom Umspannwerk in Richtung BMW-Werk verlaufen zwei dieser Kabel parallel. Sie werden nacheinander abgeschaltet und der Adapter zwischen altem und neuen Kabelteil angebracht. Eines der Verbindungsstücke wurde bereits eingesetzt. Am Dienstag, 18. Juni, wird voraussichtlich das letzte Kabel zusammengefügt, sodass laut Christian Poppe am 21. Juni wieder Normalbetrieb herrschen kann.

Der Abschluss dieser Arbeiten dürfte wohl auch bei BMW für große Erleichterung sorgen, hat man doch mit den beiden wieder in Betrieb stehenden Leitungen, was die Stromversorgung anbelangt, nun endlich wieder eine Rückfallsicherung, falls einer der beiden Stromkreise ausfallen würde. Das eigens für das BMW-Werk errichtete Provisorium, bestehend aus einer Richtung BMW führenden Trasse, das den Autohersteller mehr als eine Million Euro kostete, kann dann schließlich wieder Stück für Stück abgebaut werden.

Nach Beendigung dieses Projektes kann es im Anschluss mit voller Konzentration mit dem Streckenausbau der A3 weitergehen. Dabei wird der Abschnitt bei Neutraubling wohl aller Voraussicht nach gegen Ende des Jahres 2019 fertiggestellt werden. Ein Ende der gesamten Bauarbeiten auf der A3 erwartet man voraussichtlich bis zum Jahr 2024.


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